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Kleinkind in Wien-Favoriten vor 14 Jahren zu Tode gequält: Prozessauftakt

Schwerste Kindesmisshandlung in Wien-Favoriten vor 14 Jahren.
Schwerste Kindesmisshandlung in Wien-Favoriten vor 14 Jahren. ©APA
Prozess nach 14 Jahren: Ein 45-Jähriger, der im April 1999 den Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin in Wien-Favoriten so schwer misshandelt haben soll, dass das Kind ins Koma fiel und zwei Tage nach seiner Spitalseinlieferung starb, hat sich am Donnerstag im Straflandesgericht "nicht schuldig" bekannt.
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“Ich habe damit nichts zu tun. Ich habe nie etwas gemacht”, erklärte der Kosovo-Albaner Ramiz K. zu Beginn seiner Verhandlung. Die Anklage legte ihm nicht Mord, sondern Quälen eines Unmündigen mit Todesfolge im Sinn des § 92 Absatz 3 Strafgesetzbuch zur Last, weil dem 45-Jährigen kein Tötungsvorsatz nachweisbar sei. Strafrahmen: Ein bis zehn Jahre Haft.

Ramiz K., der 1998 in Folge der Kriegswirren im ehemaligen Jugoslawien nach Österreich gekommen war, hatte die Mutter des kleinen Mirel Anfang 1999 kennengelernt. Im März zog er bei ihr ein. Wann die Kellnerin arbeiten ging, passte er auf das Kleinkind auf.

Der Bub sei “anstrengend” gewesen, habe oft geweint und Fieber gehabt, erklärte der Mann nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Stefanie Öner): “Gesundheitlich war er immer schwach. Daher hat ihm die Mutter immer Tabletten und Zäpfchen gegeben.”

Bub zu Tode misshandelt: 30 Knochenbrüche

Er selbst habe Mirel behandelt, “als ob er mein Sohn wäre”, betonte der Angeklagte. Er habe ihn nie geschlagen, mit Nadeln gestochen und Zigaretten verbrannt.

Die Mutter des Kleinen hatte diesen am Abend des 12. April 1999 mit einem Herz- und Atemstillstand ins Preyer’sche Kinderspital gebracht, nachdem Ramiz K. sie an ihrem Arbeitsplatz angerufen und nach Hause gebeten hatte, weil Mirel “tot” sei. Als die Ärzte den 13 Monate alten Buben nach der Reanimation untersuchten, stellten sie insgesamt 30 Knochenbrüche – darunter eine Sprengung der Brustwirbelsäule und Serienrippenbrüche -, ein Gehirnödem, Brand- und Stichwunden, eine Überdehnung des Anus, einen Einriss am Darmausgang und Verletzungen am Genital fest.

Mirel erwachte nicht mehr aus dem Koma. Er starb am 14. April.

Mann hatte sich von Wien ins Ausland abgesetzt

Bei der Obduktion konnte der Gerichtsmediziner nachweisen, dass die massiven Verletzungen von vier bis sechs zeitlich verschiedenen Attacken herrührten.

Als die Mutter des Kindes dieses am Tag nach der Spitalsaufnahme besuchen hatte wollen, wurde sie im Krankenhaus festgenommen. Ramiz K. hatte sich demgegenüber nach Albanien abgesetzt, wo er später eine Familie gründete und zuletzt als Busfahrer arbeitete, ehe ihn das Bundeskriminalamt im Juli 2012 nach langwierigen Ermittlungen ausforschen und verhaften lassen konnten. Die albanischen Behörden lieferten den Mann binnen weniger Woche aus.

Angeklagter: Mutter hat das Kind geschlagen

Er habe bis zum ersten Gespräch mit seiner Verteidigerin “überhaupt nicht gewusst, worum er geht”, versicherte der 45-Jährige dem Gericht. Die ihn belastenden Angaben von Mirels Mutter, die Ende 1999 zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt worden war, weil sie laut rechtskräftigem Urteil “weggesehen” hatte und gegen die Übergriffe auf ihren Sohn nicht vorgegangen war, ließ der Angeklagte nicht gelten.

Deren Behauptungen, ihr seien immer blaue Flecken und kleinere Verletzungen aufgefallen, wenn sie heimkam, die Ramiz K. mit Stürzen des Buben von der Bank oder seinem liebevollem Zwicken in die Wange des Kleinen erklärt habe, seien unrichtig. In Wahrheit habe die Frau den Buben geschlagen und zumindest zweimal “im Stiegenhaus zu Sturz gebracht”, so der Angeklagte.

(APA)

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