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13-Jähriger schlägt Frau krankenhausreif

Für Angst und Schrecken sorgt ein Jugendlicher in der Hohenemser Wohnsiedlung Tiergarten. Letzte Woche schlug er die 37-jährige Hebamme Mahmuriye Sahin bewusstlos.

Andere Kinder der Siedlung bedroht er mit dem Messer. Bei Mahmuriye Sahin sind die Spuren der brutalen Attacke noch deutlich sichtbar. Ihr linkes Auge ist stark geschwollen. Hinzu kommt eine Gehirnerschütterung.

Zwei Tage war sie im Krankenhaus und ist noch immer schwer geschockt von dem, was ihr am vergangenen Samstag gegen 20 Uhr widerfuhr. „Daniel hat wieder unaufhörlich Steine gegen das Fenster geworfen. Irgendwann bin ich raus. Da saß er auf der Parkbank. Ich wollte ihn zur Rede stellen und schon schlug er zu. Danach weiß ich für einige Zeit nichts mehr.“ Glück für die alleinstehende Mutter zweier Buben, dass gerade ihr Nachbar Cengiz Nihat vorbei spazierte. „Mahmuriye lag im Staub vor der Bank. Ich fragte Daniel, warum er das getan hat. Er sagte nur: ,Weil ihr Türken seidÑ.“

Bis Glas zersplitterte

Die türkisch-stämmigen Bewohner in der Hohenemser Tiergartensiedlung müssen schon länger den Terror des 13-Jährigen erdulden. „Wir können unsere Kinder nicht mehr hinauslassen, wenn Daniel und sein jüngerer Bruder herum sind“, klagt Mehmed Ayyildiz. Mehrmals hätten sein Sohn und dessen Freunde schon Schläge von Daniel bekommen.

Serdar, Sohn von Mahmuriye Sahin, zeigt auf das zersplitterte Glas der Eingangstür. „Da hat er mit dem Messer hineingestochen, bis das Glas in die Brüche ging.“ Rosi Walluschnig, eine Nachbarin der türkisch-stämmigen Familien bestätigt: „Dieser aggressive Bub sorgt hier nur für Unruhe. Und seine Eltern tun gar nichts. Mit den türkischen Familien haben wir ja keine Probleme.“ Mehmed Ayyildiz weiß nicht mehr, was er und die anderen türkisch-stämmigen Nachbarn tun sollen. „Der Bursch ist 13 Jahre alt. Du kannst ihm ja nichts tun, sonst bist du selber dran. Andererseits fassen ihn die Gendarmen mit Samthandschuhen an. Ich habe jedenfalls Angst um meine Kinder, kann sie selbst bei diesem Wetter nicht einfach aus dem Haus lassen.“

Angst hat auch Mahmuriye Sahin. Als sie sich in ihrer ebenerdigen Wohnung wieder hinlegt, schließt sie alle Fenster. „Man weiß ja nie“, so ihr Sohn Serdar, „wann die nächsten Steine in die Scheiben fliegen.“

Gendarmerie ist machtlos

Bei der Hohenemser Gendarmerie ist die Gewalttat vom Samstag bekannt. Da es sich beim 13-jährigen Täter jedoch um einen Strafunmündigen handelt, „sind unsere Durchgriffsmöglichkeiten beschränkt. Wir können in so einem Fall nur die Jugendwohlfahrt informieren. Die muss dann entscheiden, was passiert“, so der diensthabende Beamte zu den „VN“. Es habe offensichtlich zuvor noch keine Anzeige wegen des 13-Jährigen gegeben. Andererseits habe sich die Fürsorge bereits beim Posten wegen des Jugendlichen informiert.

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