„Zeitungsverkäufer“ als Drogenboss entlarvt

Symbolfoto &copy APA
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Oberösterreichischer "Zeitungsverkäufer" verdiente sich in Wien als Drogenboss ein kleines "Zubrot" - Ihm wurde Drogenhandel im Wert von 1,3 Mio. Euro nachgewiesen.

Den Sicherheitsbehörden ist es gelungen, einen in Oberösterreich lebenden „Zeitungsverkäufer“ als mutmaßlichen Drogenboss in Wien zu entlarven. Das gab die Sicherheitsdirektion Oberösterreich in einer Presseaussendung bekannt. Dem Mann konnte laut Polizei der Handel von Drogen im Gesamtwert von 1,3 Mio. Euro nachgewiesen werden.

Kurier geschnappt – Drogenboss aufgeflogen

Aufgeflogen ist der Großdealer, nachdem sein Kurier geschnappt worden war. Der Niederländer war mit einem Mietwagen aus seiner Heimat über Deutschland nach Oberösterreich eingereist. Fahnder kontrollierten ihn auf der Innkreisautobahn A 8 und entdeckten in einer Sporttasche einen doppelten Boden. Dort befanden sich 6,3 Kilogramm schwere Platten aus Heroin und Kokain. Außerdem stellten sie einen Rucksack sicher, in dessen Rückwand 1,7 Kilogramm Cannabiskraut versteckt waren.

Der Kurier gestand, dass er das Suchtgift nach Wien bringen sollte. Er erklärte sich bereit, mit den Sicherheitsbehörden zu kooperieren, die den Empfänger schnappen wollten. Dabei war jedoch Eile geboten. Denn der Auftraggeber war in ständigem Telefonkontakt mit dem Kurier und wusste, dass dieser in wenigen Stunden nach Wien kommen sollte. Er wies ihn an, zu einem Treffpunkt zu kommen, um dort die heiße Ware zu abzuliefern. Diese Übergabe wurde aber von den Sicherheitsbehörden überwacht, dabei konnte auch der Empfänger festgenommen werden.

Gattin glaubte an Zeitungsverkäufer-Job

Bei den von Wien aus geführten Ermittlungen (Gruppe Kaiser) stellte sich das Doppelleben des Auftraggebers heraus. Es handelt sich um einen 26-jährigen nigerianischen Staatsbürger, der offiziell in Oberösterreich lebt. Hier ist er mit einer österreichischen Frau verheiratet, die gerade ein Kind von ihm erwartet. Sie glaubte, ihr Ehemann sei „Zeitungsverkäufer“. Tatsächlich fuhr er aber an den Wochenenden nach Wien, um dort seine Drogengeschäfte abzuwickeln.

Ihm wurde laut Polizei nicht nur der der Auftrag für den nunmehr abgefangenen Drogentransport nachgewiesen, sondern auch für einen weiteren im vergangenen November. Der Verkaufswert der beiden Lieferungen beträgt rund 1,3 Mio. Euro. Das Suchtgift wurde ausschließlich in Wien verkauft. Die beiden verhafteten Verdächtigen wurden den zuständigen Gerichten in Wien übergeben.

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