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„Oida, was willst’n mit dem Spielzeugrevolver?“

Mit Gaspistole bewaffnert Bankräuber wurde von zufällig anwesenden Kriminalbeamten vom Überfall abgehalten - der mehrfach kriminell aufgefallene Täter bekam 13 Jahre Haft.

Mit einer über den Kopf gezogenen Wollhaube und einer Gaspistole in der Hand marschierte Herbert G. (44) am 2. Dezember 2003 in eine Bank Austria-Filiale in Wien-Brigittenau. Er kam allerdings nicht dazu, am Kassenschalter seine Forderungen zu deponieren. Ein zufällig anwesender pensionierter Kriminalbeamter stellte sich ihm in den Weg: „Oida, was willst’n mit dem Spielzeugrevolver?“ „Ich hab’ absichtlich Wienerisch geredet, damit er mich versteht“, erklärte der „Kieberer im Teilzeitruhestand“ am Mittwoch im Wiener Landesgericht.

13 Jahre Haft wegen krimineller Vergangenheit

Ein Schwurgericht (Vorsitz: Martina Krainz) verhängte über den damals erfolglosen Bankräuber, der am 2. April in einem Postamt in Wien-Meidling mehr Glück gehabt hatte, 13 Jahre Haft. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Neben der mehrfachen Tatbegehung – der zweite Coup brachte immerhin 16.000 Euro ein – war dafür vor allem das getrübte Vorleben des 44-Jährigen Ausschlag gebend.

Mit 17 war er zum ersten Mal ins Gefängnis gewandert, „und dann hat das eigentlich nie mehr aufgehört“, wie er selbst sagte. 22 Jahre hat er bisher hinter „schwedischen Gardinen“ verlebt.

“Ich hätt’ a Hilf braucht”

Im Oktober vergangenen Jahres wurde Herbert G. aus einer langjährigen Freiheitsstrafe entlassen. Vorbereitet habe ihn darauf keiner, beklagte er sich: „Nach elf Jahren ham’s g’sagt ’Auf Wiederschauen! Hoffentlich seh’ ma uns nimmer so bald!’ Ich hab’ mich draußen aber nicht zurecht gefunden. Alles, was ich draußen g’macht hab’, ist schief gangen. Ich hätt’ a Hilfe braucht.“

Zwei Gaspistolen für den Fall der Fälle gekauft

So kaufte er sich zwei Gaspistolen: „Für den Notfall, wenn mir das Geld ausgeht.“ Zwei Monate später war es so weit. Die Bankfiliale im 20. Wiener Gemeindebezirk kam deswegen zum Handkuss, weil Herbert G. mit einem Bekannten ein Mal daran vorbei gefahren war: „Da hab’ ich mir schon gedacht, wenn ich wirklich ein Mal eine Bank überfallen muss, dann wär’ die relativ günstig.“

Drei Mal abgedrückt

Die Begegnung mit dem alt gedienten, beherzten Kriminalisten konnte er natürlich nicht absehen. Der pensionierte Beamte näherte sich sogleich couragiert dem Räuber, der in seiner Bedrängnis von seiner Waffe Gebrauch machte. Drei Mal drückte er ab, doch Schuss löste sich keiner. Die Gaspistole hatte Ladehemmung. Der „Kieberer“ begann mit dem Maskierten darauf regelrecht zu rangeln und wollte ihm die Maske vom Gesicht reißen, worauf jener die Flucht ergriff.

DNA-Spur am Tatort hinterlassen

Dabei musste er allerdings seine Lederjacke mit seinen DNA-Spuren zurück lassen. Als er vier Monate später nach dem Überfall auf das Postamt festgenommen werden konnte, blieb ihm gar nichts anderes übrig, als auch den Bankraub zuzugeben: Ein Gutachten bescheinigte ihm schwarz auf weiß, dass der genetische Fingerabdruck des geflüchteten Täters eindeutig von ihm stammte.

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