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„Häf’nbrüder“ stritten um die längste Haftzeit

Symbolfoto &copy Bilderbox
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Prozess am Wiener Landesgericht : Streit eskalierte - Messerstecherei beendete die Diskussion um das meiste „Schmalz“ - Das Urteil wurde vertagt.

Am 5. Februar 2003 kam es in einer Wohnung in Wien-Favoriten zu einer Messerstecherei. Drei Männer waren nach dem Genuss von Bier und Hochprozentigem aneinander geraten. Streitpunkt:
Sie konnten sich nicht darauf einigen, „wer am längsten im Häf’n gesessen ist“, wie Richter Hermann Fuchslehner es am Mittwoch im Wiener Landesgericht formulierte.

Bertl, 40 Jahre alt und mit 16 Vorstrafen „gesegnet“, sollte wieder ein Mal eine Haftstrafe antreten. Er zog es jedoch vor unterzutauchen. Statt gesiebter Luft atmete er mit zwei Freunden die anhaltende Freiheit. Er prahlte, er habe das meiste „Schmalz“ hinter sich.

Gusi, immerhin um elf Jahre älter und an Erfahrungen reicher, glaubte ihm kein Wort. Auch Willi, mit 56 der Älteste, äußerte Bedenken. Da griff Bertl zu einem Küchenmesser und fügte Willi einen Schnittwunde am Kopf zu. Danach wollte er ihm in den Hals stechen. Gusi griff ein und bezahlte das insofern, als ihm Bertl die Waffe in die Hand stieß.

„Waren sie eigentlich bummzu?“
„I woll’t sie nur aus der Wohnung kriegen. An mehr kann i mi net erinnern“, meinte dieser nun im Verfahren wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung. Seine beiden Kollegen leisteten der Zeugenladung keine Folge, so dass vertagt werden musste. „Waren sie eigentlich bummzu?“ wollte der Richter noch von einem Polizisten wissen, der in die Wohnung gerufen worden war. „No ja, na“, meinte dieser, „wenn wer wirklich alkoholisiert ist, schreiben wir das schon in den Bericht rein.“

Bertl hatte übrigens Unrecht. Wie Recherchen des Richters ergaben, hat Willi eindeutig mehr Zeit in diversen Justizanstalten verbracht. Das wirklich Ungeheuerliche: Gusi ist laut Strafregisterauskunft überhaupt unbescholten. „Der darf bei Euch überhaupt nicht mitreden“, gab der Richter zu bedenken.

Redaktion: Claus Kramsl

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