Zweitwärmster Winter der Messgeschichte in Österreich verzeichnet

Nach vorläufiger Bilanz 2,7 Grad über dem vieljährigen Mittel
Nach vorläufiger Bilanz 2,7 Grad über dem vieljährigen Mittel - © APA (Sujet)
Am Montag geht der meteorologische Winter zu Ende – dieser war der zweitwärmste in Österreich seit Beginn der Messungen. Die Temperatur lag laut vorläufiger Bilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) um 2,7 Grad über dem vieljährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010.

Das ist der gleiche Wert wie vor zwei Jahren, aber noch kühler als die plus 3,4 Grad im Rekordwinter 2006/07. Im letzten Jahrzehnt gab es damit fünf der zehn wärmsten Winter der Messgeschichte, teilte die ZAMG am Freitag in einer Aussendung mit.

Große Schwankungen im Winter

“Der Winter ist zwar die Jahreszeit mit den größten Schwankungen von Jahr zu Jahr, aber langfristig hat sich doch einiges geändert”, erläuterte Klimatologe Alexander Orlik. “So sind in den letzten rund 40 Jahren sehr extrem kalte Winter ausgeblieben und es gab viele sehr milde Winter. Außerdem ist insgesamt das Temperaturniveau seit Beginn der Messungen um knapp zwei Grad gestiegen.”

Vor allem der Dezember mit plus 2,8 Grad und der Februar mit voraussichtlich plus vier Grad trugen zu dem außergewöhnlich warmen Winter bei. Im Jänner und Februar gab es zudem sehr hohe Tagesmaxima. Am 28. Jänner wurden in Wiener Neustadt 19,3 und am 22. Februar in Pottschach 23,2 Grad gemessen. Damit wurde der 26 Jahre alte Februar-Rekord aus Altenmarkt an der Triesting eingestellt. Auf den Bergen gab es ebenfalls den zweitwärmsten Winter seit Beginn der Messungen im Jahr 1767. In den hochalpinen Gebieten Österreichs lag die Temperatur um drei Grad über dem vieljährigen Mittel.

Zehn Prozent mehr Niederschlag

Der meteorologische Winter von Anfang Dezember bis Ende Februar brachte österreichweit um zehn Prozent mehr Niederschlag als im vieljährige Mittel. Durch die hohen Temperaturen gab es allerdings mehr Regen als Schneefall. Die Neuschneemenge lag 50 Prozent unter einem durchschnittlichen Winter. Auch Tage mit einer geschlossenen Schneedecke wurden im Großteil des Landes um 40 bis 70 Prozent weniger registriert. “In den Niederungen lagen die Schneedefizite dabei zwischen minus 60 und minus 70 Prozent”, sagte Orlik.

Obwohl der Dezember 2015 der sonnigste der Messgeschichte in Österreich war, blieb aufgrund des trüben Februars nur ein Sonnenscheinplus von zehnt Prozent über. Die relativ sonnigsten Regionen waren Oberösterreich und das westliche Niederösterreich sowie Teile der Steiermark.

Die Daten ergeben sich aus den Messungen bis Donnerstag und den Vorhersagen für die restlichen Februartage. Die endgültige Winterbilanz der ZAMG ist ab der zweiten Märzwoche verfügbar.

(apa/red)

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