Zwei Tage vor EM-Start: Frankreich versinkt im Streik-Chaos

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In Frankreich halten die Streiks nach wie vor an.
In Frankreich halten die Streiks nach wie vor an. - © AFP Photo/Geoffroy Van der Hasselt
Züge, Müllabfuhr und Ölraffinerien – die Arbeitskämpfe der Gewerkschaften halten auch kurz vor dem Beginn der EURO 2016 in Frankreich an.

Die Streiks bei Bahn, Müllabfuhr und in Ölraffinerien in Frankreich gehen auch kurz vor Beginn der Fußball-EM weiter. Bei der Staatsbahn SNCF wurde am Mittwoch den achten Tag in Folge gestreikt. Die Behinderungen waren etwas geringer als in den Vortagen, es rollten 80 Prozent der TGV-Schnellzüge und 60 Prozent der Intercity-Züge. Bei den Pariser Vorstadtzügen fiel wieder jeder zweite Zug aus.

Der Streik richtet sich unter anderem gegen eine umstrittene Arbeitsmarktreform, vor allem aber gegen eine neue Vereinbarung zu den Arbeitszeiten der Bahner. Die SNCF hatte zwar am Dienstagvormittag nach Marathonverhandlungen einen neuen Kompromissvorschlag vorgelegt, der den Gewerkschaften weit entgegenkommt. Die Bahner stimmten trotzdem für eine Fortsetzung des seit einer Woche anhaltenden Streiks.

Politik macht Druck auf Gewerkschaften

Präsident François Hollande, sein Premier Manuel Valls und Bahnchef Guillaume Pepy erhöhten zuletzt den Druck auf die Gewerkschaften, den Streik vor Beginn der Fußball-EM am Freitag zu beenden. Der Ausgang des Arbeitskampfs ist aber ungewiss – auch wenn mehrere Gewerkschaften die neue Vereinbarung unterzeichnen wollen.

Derweil quollen wegen eines Streiks bei der Müllabfuhr aus Protest gegen die geplante Lockerung des Arbeitsrechts in einigen Stadtteilen von Paris die Mistkübel über. Die drei größten Mülltrennungs- und Verbrennungsanlagen im Großraum Paris waren am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaft CGT blockiert, außerdem Depots von Müllautos. Blockiert war auch eine Müllverbrennungsanlage nahe der südfranzösischen Hafenstadt Marseille.

Gestreikt wurde außerdem weiterhin in drei der acht französischen Ölraffinerien. An den Tankstellen ist inzwischen aber wieder Normalität eingekehrt, nachdem es vor zwei Wochen zu massiven Engpässen bei der Versorgung mit Benzin und Diesel gekommen war.

(APA, Red.)

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