Zwei Messen für Kunst und Antiquitäten in Wien

In der ersten Novemberwoche steht die Wiener Innenstadt wieder im Zeichen von Kunst und Antiquitäten. Zwischen Herrengasse und Hofburg haben sich zwei internationale Messen auf drei exquisite Räumlichkeiten aufgeteilt.

Die „Wikam 2007“ (Wiener Internationale Kunst und Antiquitätenmesse) füllt die beiden Palais Ferstel und Niederösterreich mit Kunstschätzen aus aller Welt, die „Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten“ präsentiert in den Prunkräumen der Wiener Hofburg schon zum 39. Mal ein breit gefächertes Angebot.

Schon am (morgigen) Allerheiligentag öffnet die „Wikam“ ihre Pforten. 40 Kunsthändler präsentieren auf dieser vom Verband Österreichischer Antiquitäten und Kunsthändler veranstalteten Messe Kunstexponate von der Antike bis zur Gegenwart sowie Themenschauen über die Künstlerfamilie Alt, Koloman Moser, Fritz von Herzmanovsky-Orlando und Kurt Freudlinger. Zusätzlich gibt es eine Sonderausstellung über Josef Hoffmann und die Villenkolonie Hohe Warte zu sehen, die von Markus Kristan kuratiert wurde.

Kunst aus aller Welt, von präkolumbianischen bis zu afrikanischen Exponaten, wird im Palais Niederösterreich geboten. Hier wartet ein zeremoniell bekleideter Krieger aus der Totonaken-Kultur, ebenso wie ein Schmuckanhänger der Bena-Bena Völker aus dem Hochland von Neuguinea oder seltene Orientteppiche in Form antiker Nomadenarbeiten. Neben Uhren und Mobiliar liegt ein Schwerpunkt auf österreichischer bildender Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Hauptwerke von Herbert Boeckl, Anton Kolig und Willy Eisenschitz werden ebenso angeboten wie ein Rosenstilleben von Carl Moll und Aquarellkunst vom Feinsten – unter anderem in der Sonderpräsentation mit vierzehn Arbeiten von Jakob, Franz und Rudolf von Alt.

Besondere Stücke im Palais Ferstel sind mit einer Marmorskulptur von Gustinus Ambrosi aus dem Jahre 1930, einem bisher verschollenen Blumenstilleben aus dem Frühwerk Anton Faistauers oder der aquarellierten Federzeichnung „Der Tod kommt in die Welt“ von Alfred Kubin zu erwähnen. Gegenwartskunst von der documenta X und Biennale-Teilnehmer Martin Kippenberger gibt es mit seiner frühen Arbeit „Die Tiefe der Liebe“, ausgesuchte Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts erstrecken sich von Adolf Kaufmann bis Edmund Adler, aber auch exotischere Wünsche, wie eine große Auswahl an russischer moderner Kunst, werden erfüllt.

Ab dem kommenden Samstag erstrahlen dann auch die Prunkräume der Wiener Hofburg im Glanz alter und neuer Schätze. 47 Kunsthändler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz präsentieren Mobiliar von 1600 bis zum Art Deco – erwähnenswert wäre hier etwa eine Zirbenholztruhe aus dem Tiroler Ötztal um 1590, ein Schwerpunkt auf Ebenisten aus dem Frankreich der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, sowie ein Speisezimmer der Wiener Möbelfirma Jacob Soulek von 1912 – aber auch Design, Keramik, Glas und Silber mit einer Konzentration auf Objekte aus der österreichisch-ungarischen Monarchie. Skulpturen und Uhren – von einer gotischen Eisenuhr über Armbanduhr-Raritäten bis zu einer Rolex aus den 1970ern – sowie Teppiche aus Kleinasien runden die Antiquitätenofferte ab.

Bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch vermehrt Zeitgenössisches mit einem breiten Spektrum an Künstlern und Schulen vom österreichischen Biedermeier über den Impressionismus bis zu Klassikern der 50er Jahre darf auf der Messe auch nicht fehlen. Rudolf von Alt, Olga Wisinger-Florian, Alfons Walde und Oskar Kokoschka sind ebenso prominent vertreten wie Gustav Klimt – mit Studien zum Bild der Amalie Zuckerkandl oder einem „erotischen Halbakt“ von 1917 – oder Egon Schiele, der unter anderem mit dem Aquarell „Liegende (Versuchung)“ vertreten ist. Auch unter den Zeitgenossen finden sich mit Friedensreich Hundertwasser, Maria Lassing oder Arnulf Rainer, aber auch mit Franz West, Erwin Wurm oder Otto Muehl viele prominente Namen.

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