Zwei Al-Kaida-Führer aus Sondergefängnis entkommen

Aus dem erst vor wenigen Tagen von der US-Armee an die irakische Regierung übergebenen Bagdader Hochsicherheitsgefängnis “Camp Cropper” sind nach Informationen aus Polizeikreisen vom Freitag zwei ranghohe Al-Kaida-Führer ausgebrochen.

Die Männer seien “Minister” des von dem Terrornetzwerk ausgerufenen “Islamischen Staates Irak” und 2008 bei Mossul in US-Gefangenschaft geraten, hieß es. US-General Robert Cone erklärte dazu, seine Dienste kooperierten intensiv mit dem irakischen Justizministerium. Man müsse herausfinden, “wie so etwas geschehen konnte”. Der Vorfall sei “unglücklich und störend”. Nach Ministeriumsangaben ist auch der Gefängnisdirektor verschwunden.

In dem Gefängnis am Flughafen von Bagdad sind nach Angaben der US-Armee rund 1500 Menschen inhaftiert. Auch 26 Funktionäre des Baath-Regimes des ehemaligen Diktators Saddam Hussein, der 2003 von den Amerikanern gestürzt worden war, befinden sich in Camp Cropper. Die US-Armee und Vertreter der irakischen Regierung hatten die Dokumente, mit denen die Übertragung der Verantwortung für die Haftanstalt geregelt wurde, am vergangenen Montag unterzeichnet. 192 als “besonders gefährlich” eingestufte Häftlinge und acht ehemalige Regime-Größen sollen jedoch auf Wunsch der irakischen Regierung weiter von den Amerikanern bewacht werden. Die Iraker haben die Haftanstalt inzwischen in “Karch”-Gefängnis umbenannt. Saddam Hussein war dort bis zu seiner Hinrichtung im Dezember 2006.

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