“Zoom!”: Bilder im Architekturzentrum Wien zeigen “radikalen Wandel”

Die Ausstellung „Zoom! Architektur und Stadt im Bild".
Die Ausstellung „Zoom! Architektur und Stadt im Bild". - © Pez Hejduk
Der Einfluss von politischem und gesellschaftlichem Wandel auf die Architektur steht im Mittelpunkt der Ausstellung “Zoom! Architektur und Stadt im Bild” im Architekturzentrum Wien (Az W), die am Mittwoch ihre Pforten öffnet.

Fotografien von 13 internationalen Fotografen der Gegenwart sowie Videoarbeiten sollen diese Wechselbeziehung verdeutlichen.Wien. Die von dem Architekturmuseum der TU München (Pinakothek der Moderne) übernommene Ausstellung stelle “kritische und analytische Architekturfotografie” in den Fokus, erklärte Az W-Direktor Dietmar Steiner bei der heutigen Pressekonferenz.

“Es geht darum, dass sich die Fotografen eine inhaltliche Frage für ihre Arbeit gestellt haben.” Zum Beispiel werden 90 Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Nicolo Degiorgis präsentiert, auf denen unauffällige Bauten in Norditalien abgebildet sind. Hinter den Fassaden verstecken sich Moscheen, da in Italien der Bau neuer Moscheen offiziell verboten ist.

Gesellschaftliche Entwicklung dokumentiert

“Durch die Fotos wird der Wandel der Politik und die gesellschaftliche Entwicklung dokumentiert”, sagte Kuratorin Hilde Strobl vom Architekturmuseum der TU München. Auffallend sind etwa die Farbfotografien von Livia Corona, die sich mit Siedlungen des sozialen Wohnbaus in Mexiko beschäftigt hat. In manchen Gegenden wurden innerhalb kürzester Zeit bis zu 80.000 identische Wohnhäuser errichtet. Fotos und ein Video bringen das Leben der Einwohner in den architektonisch durch Eintönigkeit bestechenden Siedlungen dem Ausstellungsbesucher näher.

Die Schau konzentriere sich “nicht auf Starfotografen oder Stararchitekten”, sagte Strobl. “Eines der zentralen Kriterien für die Auswahl war, keine ‘slum-porn Bilder’, in denen Armut ständig vorgezeigt wird, zu präsentieren, sondern Fotografen herzuzeigen, die mit eigenen Konzepten an Dinge herangehen und die Realität nicht einfach so hinnehmen”, so Andres Lepik, Direktor des Architekturmuseums der TU München. “Das Spannende an der Ausstellung ist, dass eigene Projekte von den Fotografen vorgestellt werden und es sich dabei nicht um Auftragsarbeiten handelt”, ergänzte Steiner.

Ausstellung im Architekturzentrum Wien

Zu der bis zum 17. Mai laufende Ausstellung, in der u.a. auch die Fotografen Fabian Vogl und Stefan Olah vertreten sind, werden einige Begleitveranstaltungen wie Kurzvorträge und Podiumsdiskussionen zum Verhältnis zwischen Architektur und Fotografie angeboten. Steiner zeigte sich stolz, dass “der Bildungsauftrag wieder erfüllt wurde”.

>> “Zoom! Architektur und Stadt im Bild”, Ausstellung im Architekturzentrum Wien, 10. März bis 17. Mai, täglich 10-19 Uhr.

(APA)

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