“Ziel Gruppenphase”: Rapid-Sportchef Müllers klare Ansage vor Gastspiel bei Schodsina

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Hat Rapid auch in Weißrussland Grund zum Jubeln.
Hat Rapid auch in Weißrussland Grund zum Jubeln. - © APA/Herbert Neubauer
Der SK Rapid will das aktuelle Formhoch nutzen, um im Auswärtsspiel bei Torpedo Schodsina den Grundstein für den Aufstieg ins Playoff der Europa League zu legen.

Stadion erfolgreich eingeweiht, in Cup und Liga perfekt gestartet: Rapid hat sich für den Einstieg ins Europacup-Geschehen viel Selbstvertrauen geholt. Weißrusslands Cupsieger Torpedo Schodsina soll da in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation kein Stolperstein werden. Die Hütteldorfer wollen schon am Donnerstag (19:00 Uhr MESZ, live auf Puls 4) auswärts den Grundstein für den Aufstieg legen.

“Wir wollen ein Ergebnis holen, das uns die Möglichkeit gibt, im Heimspiel alles klarzumachen. Unser Ziel ist die Gruppenphase, das heißt, dass wir jetzt aufsteigen müssen”, sprach Sport-Geschäftsführer Andreas Müller Klartext. Die bisherigen Eindrücke in der kurzen Saison stimmen den Deutschen zuversichtlich. “Wenn die Mannschaft ähnlich geschlossen und mit der Leidenschaft, Aggressivität und dem fußballerischen Vermögen, das sie am Samstag gezeigt hat, auftritt, bin ich überzeugt, dass sie die nächste Runde auch erreichen wird”, so Müller.

Rapid-Coach Büskens warnt vor Torpedo Schodsina

Während die Rapidler mit dem Prestige-Testsieg gegen Chelsea (2:0), dem Pflichtsieg in der ersten ÖFB-Cup-Runde gegen Karabakh Wien (3:1) und dem 5:0-Kantersieg gegen Ried zum Ligaauftakt optimal starteten, lief es für die Weißrussen zuletzt nur europäisch mit den Siegen gegen Debrecen (2:1, 1:0) nach Wunsch. In der Meisterschaft setzte es drei Niederlagen am Stück für den nach 15 Spielen 15 Punkte hinter Leader BATE Borisow liegenden Tabellenachten.

Trotzdem haben die in ihren Heimdressen antretenden Rapidler durchaus Respekt. “Wir treffen auf eine Mannschaft, die sagt, für uns ist die EL-Quali etwas Besonderes. So werden sie sich auch gegen uns stellen”, rechnete Coach Mike Büskens mit harter Gegenwehr. Der 1960 gegründete Kontrahent wurde in den Spielen gegen Debrecen genau unter die Lupe genommen. “Es ist ein zweikampfstarkes Team, das sehr kompakt steht. Es ist keine Mannschaft gegen die du zwei Hände voll Torchancen bekommst, du musst dir jede Chance hart erarbeiten”, analysierte der Deutsche.

Das war zuletzt kein Problem, gegen Ried war zudem die in der vergangenen Saison oft vermisste Effizienz ein Trumpf. “Wir müssen das 5:0 abhaken und uns der neuen Aufgabe stellen”, forderte Büskens vollste Konzentration. Die Weißrussen werden in einem 5-4-1-System erwartet. “Sie haben einen Trainer, der sehr auf Ordnung achtet. Sie machen in der Defensive aus einer Dreierkette eine Fünferkette, haben ein breites Mittelfeld davor und wollen nach Ballbesitz sofort über den langen Ball in die Tiefe kommen. Da müssen wir permanent wach sein”, wusste Büskens.

Rapidler Dibon und Murg wieder fit

Da sich die zuletzt angeschlagenen Christopher Dibon und Thomas Murg fit meldeten, muss Rapids Coach nur weiter auf Steffen Hofmann, Andreas Kuen und Matej Jelić verzichten. Er hat also auf verschiedenen Positionen die Qual der Wahl. Ob die Neo-Rapid-Kicker Arnór Ingvi Traustason und Ivan Močinić erstmals von Beginn an ran dürfen, ließ Büskens vor seiner Europacup-Premiere mit Rapid offen.

An vorderster Front ist dafür mit Joelinton ein weiterer Zugang gesetzt. Der Brasilianer ist bestens in Hütteldorf angekommen, erzielte gegen Chelsea, Karabakh und Ried jeweils ein Tor. “Joelinton hat bisher viel richtig gemacht. Er bringt uns gute Qualität, wir dürfen aber nicht vergessen, dass er erst 19 Jahre ist”, sagte Büskens. Er soll jedenfalls mithelfen, dass sich die zum Teil erfahrenen Spieler der Hausherren viel bewegen müssen.

Rapids Erinnerungen an Weißrussland

Während für Büskens Weißrussland ein “neuer Länderpunkt” ist, haben die Rapidler gute Erinnerungen. Vergangenes Jahr wurde Dinamo Minsk in der Gruppenphase auswärts mit 1:0 und zu Hause mit 2:1 bezwungen. Es gilt daher im dritten direkten Duell mit einem weißrussischen Vertreter die weiße Weste zu wahren. “Es ist sicher ein kleiner Vorteil, dass wir letztes Jahr schon in Weißrussland gespielt haben. Wir wissen was uns dort erwartet”, sagte der aktuelle Kapitän Stefan Schwab.

Während man im Oktober des vergangenen Jahres in Minsk angetreten war, wird diesmal nur dort Quartier bezogen und im rund 50 Kilometer entfernten Torpedo-Stadion in Schodsina gespielt. Ein Hexenkessel ist dort nicht zu erwarten, ins nicht einmal 7.000 Zuschauer fassende Stadion kamen gegen Debrecen gerade einmal etwas mehr als 2.500 Besucher. In der Liga sind die Zuschauerzahlen noch deutlich schlechter. Nimmt man die Topspiele aus, liegt der Schnitt unter 1.000 Anhängern.

Rapid bekommt es als erstes österreichisches Team mit Schodsina zu tun. Im Head-to-Head mit weißrussischen Klubs haben die ÖFB-Vertreter mit fünf Siegen bei drei Unentschieden und vier Niederlagen leicht die Nase vorne. Es gab aber auch vor nicht allzu langer Zeit bittere Momente: Sturm unterlag Borisow 2011 im Champions-League-Playoff (1:1 in Minsk, 0:2 in Graz), Salzburg zog 2015 im Europa-League-Playoff gegen Dinamo Minsk (Out im Elferschießen) den Kürzeren.

(APA, Red.)

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