“Zero Project”: Initiative für inklusive Beschäftigung

Mit “Zero Project” konzentriert sich die Essl Foundation auf die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt. Gründer Martin Essl sieht seine Initiative mit weltweitem Netzwerk als Ergänzung sozialer Einrichtungen. Ziel sei es, Österreich zum Vorbild für inklusive Beschäftigung zu machen, unterstrich er am Mittwoch zugleich den – auch wirtschaftlichen – Mehrwert für Unternehmen.

15 Prozent der österreichischen Bevölkerung oder 1,2 Millionen Menschen hätten eine Behinderung und bräuchten für ein selbstbestimmtes Leben Beschäftigung. Sie hätten oftmals besondere Begabungen, betonte Essl bei dem Pressegespräch in St. Pölten. Er verwies auf – in einem eigenen Magazin angeführte 43 – Erfolgsbeispiele: So habe eine Apotheke einen gehörlosen Pharmazeuten angestellt und seitdem eine zweistellige Umsatzsteigerung verzeichnet, weil sich viele gehörlose Kunden von dem Mann beraten lassen – und mittlerweile beherrschen vier weitere Mitarbeiter die Gebärdensprache.

“Zero project” stehe für null Barrieren in allen Bereichen (). Das weltweite Netzwerk zählt laut Essl 4.000 Experten in 180 Ländern. Er habe sich “aus tiefster Überzeugung” der Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung verschrieben, verwies der vormalige bauMax-Chef auf 30-jährige Erfahrung mit bei der Baumarktkette beschäftigten 260 Menschen mit Behinderung. Als das Unternehmen verkauft wurde, seien nicht nur 9.000 Jobs gesichert, sondern auch diesen Menschen neue Positionen vermittelt worden.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) dankte der Essl Foundation für das “Wachrütteln” der Gesellschaft und sicherte der Initiative volle Unterstützung des Landes zu. Es gehe darum, Unternehmen vor den Vorhang zu holen, die sich für behinderte Menschen einsetzen und stark machen. Arbeit sei sinnstiftend, Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und der Arbeitsplatz zugleich Umfeld für soziale Kontakte. Es sei schon ein wichtiger Beitrag, wenn ein Unternehmen einem Menschen mit Behinderung eine Chance gebe. Im Landesdienst seien 2.500 Menschen mit Behinderung beschäftigt, damit werde die Pflichtzahl um 400 Personen oder 19 Prozent überschritten.

Seitens des Landes seien in den vergangenen fünf Jahren 1,1 Milliarden Euro in den Behindertenbereich geflossen, verwies Mikl-Leitner auf den Bau behindertengerechter Wohnungen, arbeitsmarktpolitische Projekte oder persönliche Assistenz. Der Verein “0 Handicap” – gegründet, als sie Soziallandesrätin war – verfolge das Ziel, Unternehmen und behinderte Menschen zusammenzubringen und Arbeitsplätze zum Kennenlernen zu finden, und habe ein Erfolgsergebnis von 50 Prozent. Allein heuer seien 27 Menschen eingegliedert worden.

Die Hypo NÖ unterstütze in ihrer sozialen Verantwortung als Landesbank eine Vielzahl an Projekten, sagte Generaldirektor Peter Harold. Gemeinsam mit der Essl Foundation sei im Haus in St. Pölten seit drei Jahren eine Mitarbeiterin mit Autismus tätig, die längst nicht mehr “Projekt”, sondern wertvoller “Teil der Bank” sei. Beim Prozess des Eingliederns hätten beide Seiten gelernt, sprach Harold von einem Mehrwert für die Gruppe.

(APA)

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