Wolf Alice live im Wiener Flex: Dem Hype gerecht geworden

Wolf Alice auf Erfolgskurs - und das zurecht.
Wolf Alice auf Erfolgskurs - und das zurecht. - © RCA Records
Der New Hot Stuff from Großbritannien heißt Wolf Alice. Der Indie-Rock-Act gastierte am Donnerstag zum zweiten Mal in Wien, zum ersten Mal als Hauptattraktion im Flex – und ja, die Band wird dem Hype rund um ihre Musik mehr als gerecht.

Im Club Flex mit Saunatemperaturen spielten die Londoner ein schweißtreibendes, knackiges knapp 70-Minuten-Set. Man musste dabei gewesen sein, bevor Wolf Alice entweder an einem Nachfolger ihres superben Debüts “My Love Is Cool” scheitern oder auch diese Aufgabe meistern und in die großen Hallen übersiedeln – ausverkauft war daher die Show.

Die Setlist bestand in erster Linie aus Liedern vom Album, allerdings in veränderter Reihenfolge. “Man muss die Stimmung bei einem Konzert anders aufbauen”, erklärte Schlagzeuger Joel Amey im Interview. “Wir haben lange geübt im Proberaum, bis wir das draußen hatten, wie man die beste Dramaturgie erzeugt.”

Wolf Alice mit viel Grunge in den Gitarren

Beginnt der Tonträger eher zart, wird dann bombastisch und bringt erst mit Fortdauer Grunge-Gitarren dazu, startete das Konzert gleich heftig. Songs wie “Your Loves Whore” und “You’re A Germ” klangen härter, angetrieben von Drums und Riffs, darüber Ellie Rowsells Gesang, mal glasklar, mal fast zerbrechend, dann von Effekten verzerrt und stürmisch wie die Gitarrensoli, bei denen zwischendurch Saiten an den Clubwänden gerieben wurden.

Die Dynamik passte bis zum Ende des regulären Sets. Die Draufgaben mit zwei extrem ruhigen Songs (darunter der Albumopener “Turn To Dust”) einzuläuten, nahm das Tempo doch zu sehr heraus. Ein rotziges “Giant Peach” versöhnte.

“Das Herz des Songs ist das Wichtigste”, erläuterte Sängerin und Gitarristin Rowsell das Geheimnis von Wolf Alice. “Wenn man einen fesselnden Song nur mit Stimme und Gitarre hinbekommt, ist das Hinzufügen von weiteren Elementen nur noch reiner Luxus. Das ist besser, als gleich zu versuchen, möglichst viele Instrumente zu verwenden.”

Verdienter Applaus bei Konzert im Wiener Flex

Nicht zu vergessen: Diese Band hat ein Debüt mit zwölf tollen Songs abgeliefert. “Wir wollen uns nicht wiederholen und eine Single zehn Mal in variierter Version aufnehmen”, sagte Amey. “Wenn etwas für einen Song funktioniert hat, muss es deswegen nicht immer wieder auf diese Art gemacht werden. Wir sind sehr offen. Ich glaube, wenn wir eine tolle Idee für ein Album ohne Drums hätten und das auch live umsetzen könnten, würden wir das tun”, versicherte ausgerechnet der Drummer.

Noch vier Termine, dann sind Wolf Alice reif für eine Pause: “Wir wollen erst einmal vier Monate zu Hause bleiben und Songs schreiben”, sprach Rowsell, beim Interview so zurückgenommen wie auf der Bühne. Der Plan sei noch vage, aber irgendetwas würde man 2017 gerne veröffentlichen – die Fans dürfen also bereits gespannt sein.

(APA)

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