Wohnungsmarkt in Österreich boomt, AK fordert Mietpreisobergrenzen

AK: Liberales Mietrecht schafft nicht genug leistbare Wohnungen.
AK: Liberales Mietrecht schafft nicht genug leistbare Wohnungen. - © dpa/Sujet
Die Arbeiterkammer (AK) hat den Wohnungsbau in Wien und Berlin miteinander verglichen. Das Resümee der Kammer: Das liberale deutsche Mietrecht führe keineswegs zu einer befriedigenden Bautätigkeit respektive leistbaren Wohnungen für Durchschnittsfamilien. Daher brauche es in Österreich gesetzliche Mietpreisobergrenzen und neue, geförderte Wohnungen – insbesondere, da der Markt boomt.

Wien und Berlin sind zwischen 2000 und 2014 markant gewachsen. In der österreichischen Hauptstadt stieg die Bevölkerungszahl in dem Zeitraum um 15,7 Prozent, in der deutschen Metropole um 6,9 Prozent.

Dennoch wurden nach AK-Rechnung in dem Jahrzehnt von 2004 bis 2014 in Wien um über 10.000 neue Wohnungen mehr zum Bau bewilligt als in Berlin.

AK fordert Änderungen im Mietrecht

Das zeige, dass sich die Behauptung der Immobilienwirtschaft, man solle auf den Markt vertrauen, nicht bewahrheite. Damit sich wirklich jeder Wohnen leisten könne, brauche es ein neues Mietrecht. Die AK fordert unter anderem, dass die Maklerprovision für Mieter gestrichen wird und dass Befristungen verboten werden. Außerdem sollte der Staat mehr günstige Wohnungen fördern und die Wohnbaufördergelder sollen im Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern wieder zweckgewidmet werden, wiederholte die AK.

Wohnungsmarkt in Österreich boomt

In Österreich wurden ersten Halbjahr 23.319 Eigentumswohnungen im Gesamtwert von 4,58 Mrd. Euro verkauft, um 8,4 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2015. Das Preisniveau ist um 4,9 Prozent gestiegen, hat der Immobilienmakler Remax für seinen “Remax-ImmoSpiegel” berechnet. Gemessen an der Anzahl der neu ins Grundbuch eingetragenen Wohneinheiten macht der Wohnungsmarkt 39,2 Prozent aller Immobilienverkäufe in Österreich aus, wertmäßig sind es 35,1 Prozent.

“Trotz der deutlichen Steigerung im Vorjahr hat der Markt im ersten Halbjahr 2016 mengenmäßig noch einmal zugelegt”, sagte Remax-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer, laut Aussendung.

Wohnungspreise bei Eigentum ebenfalls gestiegen

Österreichweit sind die Wohnungspreise im Schnitt für eine typische Wohnung um 4,9 Prozent auf 178.790 Euro gestiegen. Damit kosten Wohnungen heute fast um ein Drittel mehr als noch vor fünf Jahren. Ein typischer Quadratmeter Wohnfläche kostete in Österreich im ersten Halbjahr 2016 bundesweit 2.901 Euro und damit um +6,7 Prozent mehr als 2015 und um 38,7 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Knapp 30 Prozent aller Wohnungsverkäufe entfielen im ersten Halbjahr auf Wien. Der Gesamtwert der in Wien gehandelten Eigentumswohnungen stieg dabei im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 10,3 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro. Der durchschnittliche Preis für eine Eigentumswohnung in Wien lag im Halbjahr 2016 bei 203.217 Euro.

(APA)

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