Wohnungen für Obdachlose: Neues Neunerhaus in der Hagenmüllergasse

Neu errichtetes neunerhaus Hagenmüllergasse
Neu errichtetes neunerhaus Hagenmüllergasse - © Christian Jobst / PID
Am Montag, den 22. Juni wurde in der Hagenmüllergasse da dritte Neunerhaus eröffnet. Die Einrichtung stellt Wohnungen für obdachlose Menschen zur Verfügung.

Im neu errichteten neunerhaus Hagenmüllergasse im dritten Wiener Gemeindebezirk erhalten obdachlose Menschen durch die Sozialorganisation neunerhaus ein neues Zuhause, Hilfe beim Weg zurück in die eigenen vier Wände sowie Unterstützung durch die neunerhaus Ärzte und Sozialarbeiter. “Wohnen so normal wie möglich”, Innovation und Partizipation ziehen sich als roter Faden durch Betreuung und Architektur. Die Zielgruppe wird erstmals auch wohnungslose Menschen mit Behinderung umfassen.

Neues Neunerhaus im 3. Bezirk

“Wohnungslosigkeit bedeutet ein Leben unter großem physischen und psychischen Druck. Mit der Wiener Wohnungslosenhilfe sorgt die Stadt Wien über den Fonds Soziales Wien dafür, dass niemand auf der Straße leben muss. Die Stadt Wien stellt dafür jedes Jahr mehr als 50 Millionen Euro zur Verfügung. Damit finanziert und unterstützt die Stadt viele verschiedene Einrichtungen. Das neunerhaus ist dabei ein wichtiger Teil. Es bietet wohnungslosen Menschen ein neues Zuhause und hilft beim Weg zurück in die eigenen vier Wände”, betonte Stadträtin Sonja Wehsely bei der Eröffnung.

neunerhaus Geschäftsführer Markus Reiter: “Besonders stolz sind wir auf zwei Innovationen: Erstmals werden im neunerhaus auch obdachlose Menschen mit einer Behinderung nach dem Wiener Chancengleichheitsgesetz durch die Zusammenarbeit von Wohnungslosen- und Behindertenhilfe bestmöglich unterstützt. Außerdem ist das Haus das erste ökologische Passivhaus der Wohnungslosenhilfe”, sagt Reiter.

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Mehr Platz für Obdachlose

Am Standort Hagenmüllergasse wurde bereits 2001 das erste neunerhaus-Wohngebäude in Wien bezogen. Der Altbau war baufällig, Berechnungen ergaben, dass die Neuerrichtung ökonomisch-nachhaltiger als die Sanierung kommt. Das neue Haus bringt nicht nur mehr Platz (zuvor 59, jetzt 79 Wohnplätze), sondern auch durchgängige Barrierefreiheit, niedrigeren Energieverbrauch durch Passivhausstandard bei größerer Nutzfläche sowie mehr Sicherheit für die BewohnerInnen.

Das neunerhaus ist eine junge Sozialorganisation in Wien und betreut in den insgesamt drei Wohnhäusern und Housing First 450 Personen sowie in zahlreichen medizinischen Angeboten rund 3.000 obdachlose Menschen jährlich. Das neunerhaus wird vom Fonds Soziales Wien gefördert und hat einen aufrechten Vertrag mit der Wiener Gebietskrankenkasse. Einen wichtigen Beitrag leisten auch Spenden sowie die BewohnerInnen mit der Zahlung einer Miete.

(Red.)

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