Wirbel um Kärntner Kulturpreis an Peter Turrini

Auszeichnung für den Dramatiker Peter Turrini
Auszeichnung für den Dramatiker Peter Turrini - © APA
Der diesjährige Kulturpreis des Landes Kärnten geht an den Schriftsteller Peter Turrini. Wie Kulturreferent Landesrat Christian Benger (ÖVP) nach der Regierungssitzung am Dienstag vor Journalisten sagte, wurden die Vorschläge für die Preise einstimmig angenommen. Das Kulturgremium hatte sich erst für Schriftsteller Josef Winkler ausgesprochen und wollte den Preis teilen – Benger entschied dagegen.

Die Entscheidung sei wegen des Lebenswerks Turrinis erfolgt, die Auszeichnung sei ihm ein persönliches Anliegen, sagte Benger. Deshalb habe er das Kulturgremium schon im Vorfeld der Entscheidung gebeten, zu überlegen, Turrini den Kulturpreis zu verleihen. In der folgenden Sitzung sprach sich das Gremium allerdings zuerst für Winkler als diesjährigen Preisträger aus. Man habe aber auch den Vorschlag Bengers mit Turrini berücksichtigen wollen und eine Teilung des Kulturpreises vorgeschlagen. “Ich wollte die Wertigkeit des Preises nicht halbieren, der Fokus sollte auf Turrini liegen”, sagte Benger nach der Regierungssitzung dazu.

Turrini wurde 1944 in St. Margarethen in Kärnten geboren und wuchs in Maria Saal auf. 1971 gelang ihm mit seinem ersten Theaterstück “Rozznjogd” der Durchbruch. Seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, seine Stücke werden weltweit gespielt.

Der Literaturbeirat des Landes Kärnten protestierte am Dienstag gegen die Entscheidung, den diesjährigen Kulturpreis an Peter Turrini zu verleihen. In einem Schreiben an alle Regierungsmitglieder fordert der Beirat, nicht nur Turrini, sondern auch den ursprünglich vorgeschlagenen Josef Winkler auszuzeichnen.

Die Mitglieder des Beirats, Anke Bosse, Gerda E. Moser, Isabella Straub und Lojze Wieser, betonten in dem Schreiben, es wäre das erste Mal in der Kärntner Geschichte, dass der Kulturreferent einem Vorschlag des Kulturgremiums nicht folgen würde. Dieses hatte Kulturlandesrat Christian Benger (ÖVP) in seiner Sitzung am 6. Oktober offiziell die Auszeichnung beider Literaten vorgeschlagen. Nach der Blamage um die Auszeichnung von Peter Handke – dieser hatte “nur” das silberne Ehrenzeichen des Landes erhalten – dürfe nicht eine weitere Blamage folgen. Der Beirat fordert daher eine Revision des dienstägigen Regierungsbeschlusses und eine Auszeichnung beider “großen Literaten” mit dem Kulturpreis in voller Höhe.

Am Dienstag beschloss die Kärntner Landesregierung auch die Vergabe von acht Förderungspreisen zu je 3.600 Euro, drei Würdigungspreisen zu je 6.000 Euro und die Vergabe von einem Anerkennungspreis für besondere Leistungen im Bereich der freien Kulturarbeit mit 5.000 Euro. Der Kulturpreis, der jedes Jahr in einer anderen Kategorie vergeben wird, ist mit 14.500 Euro dotiert.

(APA)

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