Wirbel um Demo gegen Abschiebung am Hernalser Gürtel

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Demonstranten versuchen vor dem Schubhaftzentrum am Hernalser Gürtel in Wien die Abschiebung eines Nigerianers zu verhindern
Demonstranten versuchen vor dem Schubhaftzentrum am Hernalser Gürtel in Wien die Abschiebung eines Nigerianers zu verhindern - © APA
Die Blockade des Hernalser Gürtels wegen der vermeintlichen Abschiebung eines Nigerianers ist Donnerstagabend kurz nach 21.30 Uhr von der Polizei aufgelöst worden. Der Bus, in dem der Flüchtling aus dem Polizeianhaltezentrum Hernals weggebracht wurde, konnte sich in Bewegung setzen. Die Demonstranten blockierten fürs Erste aber weiter den Gürtel und drückten ihren Unmut mit lautem Trommelwirbel aus.

Mehrere Demonstranten wurden von der Exekutive über die Straße weggeschleift, einige davon wurden auch festgenommen. Die Teilnehmer der nicht angemeldeten Kundgebung skandierten Slogans wie “Kein Mensch ist illegal” und “Bleiberecht für jedermann”.

Hintergrund ist, dass bei einem Freundschaftsspiel von zwei afrikanischen Mannschaften auf der Marswiese einige Afrikaner wegen illegalem Aufenthalt festgenommen wurden. Ein Spieler des Teams “Sans Papiers” (ohne Papiere) sollte abgeschoben werden. Rund 200 Sympathisanten versuchten das zu verhindern, die Blockade war via SMS organisiert worden.

Allerdings hieß es Donnerstagabend im Gegensatz zu ursprünglichen Informationen, dass der Mann heute überhaupt nicht abgeschoben werden soll. Geplant sei vielmehr nur eine Überstellung ins Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände.

Der Nigerianer war bei einem Fußball-Spiel zweier afrikanischer Mannschaften auf der Marswiese heute Nachmittag mit vier weiteren Personen festgenommen worden. Insgesamt zwei von ihnen wurden in Schubhaft genommen, der andere Mann wird weiter in Hernals festgehalten.

Wie viele Personen bei der Blockade am Hernalser Gürtel festgenommen bzw. verletzt wurden, konnte die Exekutive vorerst nicht sagen. Jedenfalls hatten sich rund 200 Personen aus Solidarität zu dem Mann rund um den Polizeibus aufgestellt und zunächst eine Weiterfahrt verhindert. Gut ein Dutzend blockierte den Bus direkt und wurde von der Polizei weggeschleppt, um die Spur frei zu bekommen. Ob der Mann nun zurück nach Hernals oder an die Rossauer Lände gebracht wurde, war vorerst unklar.

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