Wienwert-Holding steht endgültig vor dem Aus: Sanierungsplan zurückgezogen

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Die Sanierung der Wienwert-Holding ist geplatzt.
Die Sanierung der Wienwert-Holding ist geplatzt. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Die Sanierung der insolventen Wienwert-Holding ist geplatzt. Der Sanierungsplan der Holding, die 99,99 Prozent an der Wienwert AG hält, wurde laut Vorstand zurückgezogen. Nun wird das Insolvenzverfahren zu einem Konkursverfahren.

“Dies geschieht in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter und insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Gesellschaft jedenfalls geschlossen und abgewickelt werden soll”, heißt es in der Mitteilung. Zuletzt war noch von einer Sanierung und dem Interesse eines deutschen Investors die Rede.

WW Holding meldete Insolvenz an

Die WW Holding AG hatte vor rund zwei Wochen Insolvenz angemeldet und ursprünglich ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung angestrebt. Die Tochtergesellschaft Wienwert AG sollte verkauft werden.

Anlegern droht Totalausfall

Die Gesamtverbindlichkeiten betragen – einschließlich besicherter Gläubigerforderungen – über 55 Mio. Euro, davon entfallen 35 Mio. Euro auf rund 900 Anleihegläubiger. Diesen Anlegern droht im schlimmsten Fall ein Totalausfall. Das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung hätte zumindest eine Quote von 20 Prozent bringen sollen.

Masseverwalter beginnt mit Abwicklung

Der Masseverwalter der insolventen Wienwert-Holding, Norbert Abel, hat nach dem Zurückziehen des Sanierungsplans die Abwicklung des Unternehmens eingeleitet. Die WW Holding AG werde vollständig abgewickelt und die Tochtergesellschaft Wienwert AG “im Rahmen eines Bieterprozesses in Abstimmung mit dem Kooperationspartner verkauft”, teilte Abel am Mittwoch mit. Bei anderen Töchtern der Wienwert-Holding wird “sofern Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt” ebenfalls Insolvenz angemeldet. “In den übrigen Tochtergesellschaften der Schuldnerin wird Mag. Norbert Abel die Geschäftsführung übernehmen und Stefan Gruze aus der Geschäftsführung ausscheiden”, heißt es in der Aussendung weiters. Ein Team von fünf Juristen soll unter Beiziehung von Sachverständigen die Bilanzen überprüfen.

Diesen Freitag findet laut KSV am Handelsgericht Wien die erste Gläubigerversammlung statt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 24. April geplant.

Totalverlust für Wienwert-Anleger immer wahrscheinlicher

Für die Anleihegläubiger der insolventen Wienwert-Holding wird ein Totalverlust immer wahrscheinlicher, warnt der Prozessfinanzierer Advofin. Im einem am Mittwoch geplatzten Sanierungsverfahren hätte zumindest eine Quote von 20 Prozent erreicht werden können. Jetzt zittern rund 900 Anleihegläubiger um 35 Mio. Euro.

Advofin rät allen Anlegern, umgehend aktiv zu werden und ihre Forderungen im Konkursverfahren anzumelden. Darüber hinaus strengt der Prozessfinanzierer eine Sammelklage an.

APA/Red.

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