“WienWein”-Winzer kämpfen um verbindliche Lagenklassifizierung

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Als Wiener Wein muss man sich erst verdient machen, so das Ziel.
Als Wiener Wein muss man sich erst verdient machen, so das Ziel. - © pixabay/jill111
Die sechs “WienWein”-Winzer kämpfen für die Einführung der verbindlichen Lagenklassifizierung. Damit soll der von ihnen produzierte Wein international bekannter und vergleichbarer werden, spezielle Kriterien müssen erfüllt sein.

Doch so schnell geht es nicht, erklärt Fritz Wieninger vom gleichnamigen Stammersdorfer Weingut. Es wird aber nicht aufgegeben.

Ursprünglich waren für das Vorhaben im Zeitplan zwei Jahre veranschlagt gewesen. Doch nun will man sich für das durchaus heikle Thema Zeit lassen, denn es solle sich nicht um einen Marketing-Gag handeln. Wieninger verdeutlichte die Situation: “Es ist ein Minenfeld, aber wir haben uns vorgenommen, das durchzuziehen.”

Wein muss sich verdient machen

Bei der Lagenklassifizierung geht es beispielsweise um die Bodenstruktur, die Niederschlagsmenge, die Exposition oder die Höhenlage. Aber: “Nicht nur der Boden macht eine Lage groß, sondern auch der Wein, dessen Trauben von dort stammen”, erklärte Wieninger. Er machte klar: “Deshalb muss sich jeder Wein sein Prädikat erst verdienen. Eine Parzelle, die perfektes Terroir aufzuweisen scheint, muss uns das erst einmal beweisen.”

Die Qualität der Weine soll fünf Jahre lang beobachtet werden. Erst wenn der Wein diese Prüfung besteht, werde der Weinberg klassifiziert. Um die Eigenheit einer Lage zu erkennen, müsse man “viele Jahrgänge kosten”, meinte Michael Edlmoser vom Maurer Weingut Edlmoser.

Klassifizierung für “WienWein”

Die Klassifizierung der “WienWein”-Gruppe, die aus sechs Mitgliedern besteht, wird keinen gesetzlichen Status besitzen – aber als Vorarbeit für eine spätere gesetzliche Regelung gesehen. Wie genau die Namen für die definierten guten Lagen dann ausfallen werden, wisse man noch nicht: “Zuerst müssen wir mal wissen, wo die sind”, so Wieninger.

“WienWein” ist der Zusammenschluss der Weingüter Christ, Cobenzl, Edlmoser, Fuhrgassl-Huber, Mayer am Pfarrplatz und Wieninger. Sie bestellen zusammen 261 Hektar Rebfläche. Das gesamte Wiener Weinbaugebiet umfasst 660 Hektar. Pro Jahr produzieren sie etwa 1,2 Millionen Flaschen. Dieser wird in 38 Länder exportiert.

Klassifizierung des Gemischtes Satzes

Die Gruppe wurde 2006 ins Leben gerufen. Zu den größten Erfolgen gehört die Klassifizierung des Gemischtes Satzes, der mittlerweile DAC-Status besitzt. “Die Nachfrage ist sehr, sehr hoch”, berichtete Gerhard Lobner vom Weingut Mayer am Pfarrplatz in Heiligenstadt. Er warnte vor Trittbrettfahrern, die ihre Flaschen mit Etiketten versehen, die sehr stark an jene des “Gemischten Satzes” erinnern.

Doch der Inhalt stamme nicht aus Wien, sondern aus Niederösterreich. Aber: “Es gibt nur ein Original”, so Lobner. Und das sei eben der “Gemischte Satz” aus Wien. Mit diesem wollen die Winzer künftig “weiter ins Topsegment vorstoßen”.

2015 war “Traum-Jahrgang”

Zufrieden sind die Weinbauern auch mit der vergangenen Ernte: 2015 werde ein “Traum-Jahrgang”, hieß es heute. Die Wärme hätte eine “außergewöhnliche Traubenreife” beschert, berichtete Rainer Christ vom Weingut Christ. Die Rotweine seien “sehr, sehr homogen auf höchstem Niveau”.

(APA)

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