Wiener Traditionsbäcker Ankerbrot soll unter neuen Eigentümern 2017 in die Gewinnzone

/ Wiener Traditionsbäcker gehört seit kurzem Grossnigg und Ölz
/ Wiener Traditionsbäcker gehört seit kurzem Grossnigg und Ölz - © APA
Wiens Traditionsbäckerei Ankerbrot, die seit Jahren Verluste schreibt, soll es unter den neuen Eigentümern rund um den Investor Erhard Grossnigg 2017 wieder in die Gewinnzone schaffen.

2015 schrieb der Bäcker erneut Verluste, der Umsatz reduzierte sich von 116 auf 107 Mio. Euro. “Das ist kein besonders schönes Ergebnis, doch 2016 soll es ausgeglichen sein. 2017 erwarten wir Gewinne”, sagte der neue Ankerbrot-Vorstand Andreas Schwarzenberger (51) am Montag bei seinem ersten offiziellen Auftritt vor Journalisten in Wien.

Ankerbrot wieder in österreichischer Hand

Seit Oktober 2015 ist Ankerbrot nach mehr als zehn Jahren im Besitz der deutschen Familie Ostendorf wieder in österreicherischer Hand. Grossnigg erwarb in Summe über seine Firmen mehr als 80 Prozent der Anteile, den Rest hält der Vorarlberger Großbäcker Ölz. Der Ankerbrot-Produktionsstandort in Wien-Favoriten gehört seit Ende des Vorjahres ebenfalls den neuen Eigentümern. Um den Standort tobte unter den Vorgängern ein jahrelanger Rechtsstreit.

Anker hat sein Filialnetz in den vergangenen Jahren gestrafft, sodass die Bäckerei nun über 111 Filialen in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Bratislava verfügt und 1.150 Mitarbeiter beschäftigt. Ende 2013 waren es noch 125 Standorte. Zu den Hochzeiten in den 90er-Jahren betrieb Anker 370 Filialen und beschäftigte 2.500 Mitarbeiter.

Schwieriges Umfeld für Unternehmen

Die Mehrheit des Umsatzes (knapp 60 Prozent) macht Ankerbrot heute mit der Belieferung der heimischen Lebensmittelketten mit Backwaren. Das Geschäft dort wird wegen der Backshops härter, die Margen sind deutlich geringer als in den eigenen Filialen. Vor allem der Diskonter Hofer mischte die Bäckereibranche mit seinen Backshops deutlich auf, was zahlreiche kleinere Bäckereien in die Pleite riss. Ankerbrot zählt nicht zu den Hofer-Lieferanten. Die Pleite von Zielpunkt betraf den Bäcker zwar kurzfristig im Volumen, das Geschäft sei aber nicht verloren, sondern werde auf die anderen Lebensmittelhändler aufgeteilt, so Schwarzenberger.

In diesem schwierigen Umfeld will sich Ankerbrot vermehrt auf seine eigenen Filialen konzentrieren und hier in den nächsten Jahren jährlich rund 5 Mio. Euro investieren. Die etwas in die Jahre gekommenen Standorte werden bis Jahresende nach und nach modernisiert und umgebaut. Künftig will Anker dem Trend folgend mehr händisch hergestelltes Gebäck und vegane Produkte anbieten, aber auch an den Snack- und To-go-Produkten festhalten.

Personal soll bleiben

Pläne des Eigentümers Grossnigg, am Personalstand zu rütteln oder den Kollektivvertrag (KV) zu ändern, stellte Schwarzenberger heute auf Nachfrage in Abrede. “Es gibt keinerlei Pläne, den Mitarbeiterstand zu verändern.” Grossnigg hatte vor kurzem damit aufhorchen lassen, bei Ankerbrot “ordentlich umrühren” zu wollen. Besonderes Dorn im Auge ist dem Unternehmer der Industrie-KV, den die Ankerbrot-Beschäftigten erhalten, während die Konkurrenz nach dem günstigeren Gewerbe-KV bezahle. Ankerbrot-Chef Schwarzenberger räumte zwar ein, dass der derzeit gültige Kollektivvertrag nicht gerade von Vorteil ist, meinte aber, dass ein KV-Wechsel kein Thema sei.

(APA)

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