Wiener Tierschutzverein äußert sich “enttäuscht” über Häupls Ziesel-Sager

1Kommentar
Die Ziesel in Floridsdorf sorgen immer wieder für Diskussionen
Die Ziesel in Floridsdorf sorgen immer wieder für Diskussionen - © APA (Sujet)
Der Wiener Tierschutzverein (WTV) sowie viele andere Tierschützerinnen und Tierschützer kämpfen seit Jahren darum, den Lebensraum der Ziesel rund um das Wiener Heeresspital in Floridsdorf zu erhalten. Dass Bürgermeister Michael Häupl sich hierzu zuletzt wenig unterstützend äußerte, findet der WTV enttäuschend.

Der Wiener Tierschutzverein erläuterte die Situation der Ziesel in einer Aussendung kritisch: “Als Ziesel in Wien hat man es wahrlich nicht leicht. Besonders wenn man sich als Nager das Areal rund um das Wiener Heeresspital im 21. Bezirk als Lebensraum ausgesucht hat. Seit einiger Zeit wird dort von Seiten der Stadt Wien und den Bauträgern mit allen Mitteln versucht, die streng geschützten Nagetiere zum Wohle eines Mega-Wohnbauprojektes zu vertreiben.”

Die Situation der Ziesel

“Trotz massiven Einwänden der EU-Kommission, die von Politik und Wirtschaft konsequent ignoriert werden, wurden vor kurzen auf einem Teil des besagten Areals Vorarbeiten genehmigt. Wie nun bekannt wurde, sollen dort sobald die Tiere ihren Winterschlaf beendet haben, auch schon die Bagger anrollen. Aktuell werden auf dem Areal auch bereits fleißig Grasnarben abgetragen, damit die Tiere nach ihrem Erwachen keine Nahrung mehr finden. Umsiedelung im Sinne des Tierschutzgedankens sieht wahrlich anders aus,” so der WTV.

Wiener Tierschutzverein zu Häupl-Sager: “Enttäuschend”

Bei der Ziesel-Population in Wien handle es sich laut WTV um eines der größten und vitalsten Zieselvorkommen Europas. Zudem stünden  die Ziesel auf Platz Eins der Roten Liste der gefährdetsten Tierarten Österreichs. Als “paradox” bezeichnete der WTV in diesem Zusammenhang die Aussagen, die Wiens Bürgermeister Michael Häupl, selbst studierter Biologe, auf der Klubklausur der Wiener SPÖ zu dieser Causa tätigte. Häupl habe die Ziesel als “Hauptschuldige für die Verzögerungen im Wiener Wohnbau” genannt. “Ich liebe die Ziesel. Großartig”, meinte Häupl und setzte nach: “Wir brauchen auch den Artenschutz, aber für tatsächlich gefährdete Tiere. Es kann nicht sein, dass wir Ziesel mehr schützen als Menschen”, so der Bürgermeister.

Daher appelliert der WTV einmal mehr an die Bevölkerung, sich aktiv am Artenschutz zu beteiligen. “Die Österreicherinnen und Österreicher spenden gerne für bedrohte Wale oder Pandas. Das ist ehrenvoll, doch gefährdete Tiere gibt es leider auch direkt vor unserer Haustür. Die Ziesel sind unsere Pandas und benötigen jede nur mögliche Unterstützung”, so Petrovic abschließend.

>>“Ich liebe Ziesel – aber wie können sie nicht mehr schützen als Menschen”

 

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


1Kommentar

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel