Wiener Staatsoper ehrt die britische Tanztradition

Wiener Staatsballett wagt sich an das legendäre britische Ballett
Wiener Staatsballett wagt sich an das legendäre britische Ballett - © APA
Drei Werke, drei Generationen, eine Tradition: Das Wiener Staatsballett wagt sich am 31. Oktober an das legendäre britische Ballett und hat dafür drei paradigmatische Arbeiten versammelt, die in der Gegenüberstellung eine Vorstellung von den Traditionen und Brüchen im choreografischen Schaffen der Insel geben. Unter dem programmatischen Titel “MacMillan / McGregor / Ashton” sind diese versammelt.

Den Kern des Abends stellt das legendäre Duett “Marguerite and Armand” von Frederick Ashton dar. Dieses Pas de deux hatte der Choreograf 1963 zur Musik von Franz Liszt eigens für das Balletttraumpaar Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew erstellt, die das Stück im Royal Opera House von London zur Uraufführung brachten und vier Jahre später, 1967, auch an der Staatsoper vorstellten. Im Jahr 2017 treten nun die Russin Liudmila Konovalova und der junge Österreicher Jakob Feyferlik in die Fußstapfen der großen Vorbilder.

Der 1988 verstorbene Ashton gilt dabei als einer der Gründungsväter des erst im 20. Jahrhunderts zu einem wirklichen Höhenflug ansetzenden britischen Balletts, das sich seit den Anfängen in den 1920ern allerdings zu einer eigenen Marke in der Tanzwelt entwickelt hat. Dabei waren neben bedeutenden Tänzern vor allem die Choreografen Antreiber der Entwicklung. Zu den prominentesten Namen gehört neben John Cranko auch der 1992 verstorbene Kenneth MacMillan.

Sein “Concerto” zur Musik von Dmitri Schostakowitsch hatte 1966 seine Uraufführung in Berlin an der Deutschen Oper, deren Ballettdirektor MacMillan zu dieser Zeit wurde. Das Kennzeichen für die Arbeit ist die Kombination abstrakten Balletts mit neoklassischem Stil, wobei das Werk gleichsam als technische Leistungsschau für das Berliner Ensemble gedacht war.

Den britischen Abend in Wien komplettiert schließlich Wayne McGregors Choreografie “Eden|Eden”, das mit Abstand jüngste Produkt von der Insel. Der 46-Jährige hat dazu auf die hypnotische Musik von Steve Reich einen Versuch über die ethischen Aspekte des Klonens und das Verhältnis von Mensch und Maschine geschaffen – und setzt damit die britische Balletttradition fort, die immer schon auf einem interdisziplinäre Zugang ruhte. Die Arbeit hatte 2005 in Stuttgart ihre Uraufführung gefeiert und ist nun erstmals in Wien zu sehen. Very british, das Ganze.

(APA)

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