Wiener SPÖ-Chef Häupl zur FPÖ: “Es hat schon seinen Grund, warum ich sie nicht mag”

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Der Wiener Bürgermeister und Landesparteichef im Interview
Der Wiener Bürgermeister und Landesparteichef im Interview - © APA
In einem Interview mit der Tageszeitung “Österreich” äußerte sich Wiens Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Häupl zum Kriterienkatalog seiner Partei sowie Koalitionsmöglichkeiten nach der Wahl im kommenden Herbst.

Dabei zeigt sich Häupl vor allem hinsichtlich seiner Einstellung zu einer rot-blauen Regierung ablehnend.

Interview mit Michael Häupl: “Rot-Blau für mich nicht vorstellbar”

“Ich halte den Kriterienkatalog für ein vernünftiges Instrument und finde ihn gut, deshalb habe ich auch dafür gestimmt. Aber ich halte auch die Koalitionsdiskussion vor einer Wahl für unvernünftig. Man merkt ja, wie sie nach außen wirkt, denn plötzlich kommt die FPÖ daher und stellt Bedingungen für eine Koalition, was ich wirklich putzig finde. Wieder so eine interessante Antwort auf eine nie gestellte Frage.”, so der Wiener SPÖ-Chef.

Auf die Frage hin, ob er Rot-Blau in einer bestimmten Konstellation akzeptieren wurde, antwortete Häupl: “Das ist für mich nicht vorstellbar. Eine solche Konstellation würde ich persönlich nicht mittragen. Aber nicht, weil mein Verhältnis zur FPÖ von Emotionen gerüttelt wäre, sondern weil ich bei vielen Inhalten zu große Differenzen sehe … Ich vergesse auch nie, was damals in den sechs Jahren Schwarz-Blau passiert ist. Den ganzen Sozialabbau. In den sechs Jahren hat man den Pensionisten 28 Prozent weggenommen. Es hat schon seinen Grund, warum ich sie nicht mag.”

Häupl zu Rot-Schwarz und Sebastian Kurz

Einer Neuauflage von Rot-Schwarz sei vorstellbar, jedoch nur unter gewissen Aspekten: “Eine Möglichkeit … Das wird auf die handelnden Personen ankommen. Für mich ist Herr Außenminister Kurz durchaus jemand, der das Außenamt nicht so schlecht macht, weil er gute Mitarbeiter hat. Aber das war’s. Ich hab’ von ihm noch nichts gehört zu Fragen der Wirtschaft, der Investitionpolitik oder der Sozialpolitik. Das einzige, was ich höre, ist, dass er eine Steuerreform mit 12 bis 14 Milliarden machen will, die er mit den 700 Millionen gegenfianziert, die Wien die Mindestsicherung kostet. Geld übrigens, das ihm nicht gehört. Wenn das eine Qualifikation für den Bundeskanzler ist, na danke.”

Konkret auf die Kosten für die Wiener Jahreskarte lies sich Häupl folgendes entlocken: “Man kann davon ausgehen, dass wir weder 2018 noch 2019 den Preis ändern.”

(Red.)

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