Wiener Serienbankräuber wurde in Korneuburg zu 12 Jahren Haft verurteilt

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Der Wiener wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Der Wiener wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. - © apa (Sujet)
Ein 37-jähriger Wiener wurde am Landesgericht Korneuburg zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, nachdem er zugab neun Banküberfälle begangen zu haben. Im Zeitraum von 2008 bis 2015 überfiel er die Niederösterreichischen Banken bewaffnet und maskiert. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig: Der Angeklagte beanspruchte Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

“Zwölf Jahre sind keine übertrieben harte Strafe”, verwies Richter Helmut Neumar bei einer Obergrenze des Rahmens von 15 Jahren auf die hohe Anzahl von neun Fällen, vier davon – erschwerend – als schwerer Raub zu bewerten, und die Tatbegehung aus Gewinnsucht: “Sie haben das Geld verprasst, für Luxusreisen und Casinobesuche.” Für die Opfer bedeuteten die Taten Todesangst und jahrelange traumatische Erinnerungen. Mildernd seien das Geständnis des Beschuldigten und dessen ordentlicher Lebenswandel bis zum ersten Raub gewesen.

Urteil für Wiener Serienbankräuber

Der Mann hatte laut Staatsanwältin Gudrun Bischof insgesamt an die 400.000 Euro erbeutet – das Geld verbrauchte er für seinen Lebensunterhalt, bezahlte Schulden, ging ins Casino und unternahm ausgedehnte Reisen. Als Waffen, mit denen er seine Opfer bedrohte, um seinen Geldforderungen Nachdruck zu verleihen, verwendete er mehrmals eine täuschend echt aussehende Softgun, dann Pfefferspray, Schlagstock, Schraubenzieher und Messer. Einer Angestellten hielt er den Mund zu, andere mussten sich auf den Boden legen, bevor er flüchtete.

Alle Opfer blieben unverletzt. Sie hätten allerdings Todesangst ausgestanden – manche von ihnen sogar mehr als einmal. “Sie leiden Jahre darunter”, betonte Bischof.

2006 hatte der gelernte Elektriker seinen Job an den Nagel gehängt, um zum Bundesheer zu gehen, was ihm jedoch auch nicht gefiel. Danach sei er “nicht mehr richtig auf die Beine” gekommen, schilderte er die Gründe für den Beginn der Serie. Die Überfälle – mit einer vierjährigen “Pause” bis 2012 – habe er jeweils “eher spontan” begangen.

Im August war der Arbeitslose unmittelbar nach dem letzten Coup in Seyring gefasst geworden – er hatte die dortige Filialleiterin zum dritten Mal überfallen. Ein Bankangestellter in Weikendorf und eine Mitarbeiterin in Schrick waren dem Täter je zwei Mal gegenüber gestanden. Dass er Geldinstitute mehrmals aufgesucht hatte, begründete der Angeklagte damit, dass er sich “schon ausgekannt” habe. Er habe aber nie vorgehabt, irgendwen zu verletzten, beteuerte er.

(apa/red)

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