Wiener Schüler Harald Zierfuß als Bundesschulsprecher wiedergewählt

Der Wiener Schüler Harald Zierfuß bleibt Bundesschulsprecher.
Der Wiener Schüler Harald Zierfuß bleibt Bundesschulsprecher. - © APA
Am Sonntag wurde Harald Zierfuß, ein Wiener Schüler, als Bundesschulsprecher wiedergewählt. Er spricht sich für die Einführung eines “echten” Modulsystems in der Oberstufe sowie Sprachintensivkurse vor Eintritt in den Regelunterricht bei unzureichenden Deutschkenntnissen aus. Kritik übte er am Monntag an der Abschaffung der Leistungsgruppen mit der Umstellung auf die Neuen Mittelschulen (NMS).

Zierfuß ist von der Bundesschülervertretung (BSV) nach dem Vorjahr erneut zum Bundesschulsprecher gewählt worden. Der 17-Jährige besucht die achte Klasse im Gymnasium und Realgymnasium Kundmanngasse in Wien-Landstraße und stammt aus der VP-nahen Schülerunion.

Kritk an Fächerdenken und Leistungsgruppenabschaffung

In der Oberstufe will Zierfuß “Schlussmachen mit dem Fächerdenken, so wie es heute besteht”. Künftig sollen Schüler nur einige Basismodule – die klassischen “Hauptfächer” – verpflichtend belegen müssen. Die restlichen Module sollen sie sich selbst zusammenstellen dürfen. Dieses Modell, das an einigen Schulen bereits erprobt wird, unterscheidet sich von der Neuen Oberstufe (NOST), die lediglich die derzeit bestehenden Gegenstände in Semestermodule unterteilt.

Kritik übte Zierfuß an der Abschaffung von Leistungsgruppen im Zuge der Umstellung der Hauptschule auf die NMS. Mit dieser “Symptombekämpfungswohlfühlpolitik” habe man trotz Investition zusätzlicher Mittel keine besseren Ergebnisse hervorgebracht. Eher sei das Gegenteil der Fall.

Forderungen von Bundesschulsprecher Zierfuß

Schüler mit unzureichenden Deutschkenntnissen sollen nach Ansicht von Zierfuß vor dem Eintritt in den Regelunterricht Sprachintensivkurse besuchen. Auch nach Erreichen des nötigen Sprachniveaus brauche es fortlaufende Unterstützung neben dem Regelunterricht.

“Massive Investitionen” hält Zierfuß außerdem in verpflichtende Fort- und Weiterbildungen der Lehrer auf dem Gebiet der Didaktik für nötig. Als Erfolge seiner bisherigen Amtszeit sieht er etwa die Verankerung von Lehrerfeedback sowie schulpartnerschaftlichen Gremien auf Landes- und Bundesebene im Zuge des Schulautonomiepakets.

Kritik am Wahlsystem kommt von der SP-nahen Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS), der traditionellen Gegenspielerin der Schülerunion bei den Schülervertretungswahlen. Sie fordert eine Direktwahl der Landesschulsprecher sowie des Bundesschulsprechers. Derzeit werden die Landesschulsprecher von den Schulsprechern eines Bundeslands bestimmt, der Bundesschulsprecher von den Landesschulsprechern der verschiedenen Sparten (AHS, BMHS, Berufsschulen) bzw. den Sprechern der Zentrallehranstalten.

(APA/Red)

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