Wiener Philharmoniker Ball: Großbauer hält sich bedeckt zu Opernball-Nachfolge

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Maria und Gerald Großbauer am 75. Ball der Wiener Philharmoniker.
Maria und Gerald Großbauer am 75. Ball der Wiener Philharmoniker. - © APA
Maria Großbauer hielt sich beim 75. Ball der Wiener Philharmoniker am Donnerstagabend bedeckt zu Gerüchten, nach denen sie die Nachfolge der scheidenden Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh antreten soll: “So ein Gerücht ist sicher ein Kompliment. Aber schauen wir einmal, es sind momentan viele Namen im Spiel”, so Großbauer. Die Jubiläumsausgabe des Balls hatte einiges zu bieten.

“Ich denke, dass sich viele Frauen sehr gut vorstellen könnten, die Organisation zu übernehmen. Das ist eine schöne und ehrenvolle Aufgabe. Schließlich ist die Wiener Staatsoper ja nicht irgendeine Institution”, sagte Großbauer. Gleichzeitig sehe sie darin auch eine große Herausforderung.

Maria Großbauer ist die Frau von Philharmoniker-Chef Andreas Großbauer und führt in Wien eine PR-Agentur. Treichl-Stürgkh hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz überraschend ihren Rückzug nach dem 60. Opernball am 4. Februar angekündigt.

Wiener Philharmoniker luden zum Jubiläums-Ball im Musikverein

Zu seinem 75. Jubiläum hat der Ball der Wiener Philharmoniker am Donnerstagabend seinem Ruf als Künstlerball alle Ehre gemacht: Sopranistin Ildiko Raimondi, Peter Simonischek, Sunnyi Melles, Scala-Intendant Alexander Pereira und viele mehr gaben sich im bekanntesten Konzertsaal der Welt, der sich heuer mit lachsfarbenen Amaryllis und Rosen herausgeputzt hatte, ein Stelldichein.Wien. “Ich bin ja selbst gerade erst 75 gewesen, das ist heute mein Geburtstagsball”, lachte Dagmar Koller, die den Ball der Wiener Philharmoniker als Höhepunkt der Ballsaison bezeichnete. Tanzen werde sie aber nicht, verriet sie gegenüber der APA. “Alle haben immer Hemmungen, mit mir zu tanzen. Sie glauben scheinbar, ich kann es besonders. Aber das stimmt nicht”, meinte sie.

Von falscher Scheu am Tanzparkett riet Thomas Schäfer-Elmayer, der den Einzug des Jungdamen- und Jungherren-Komitees leitete, ab. “Das ist ein Trägheitsmoment, den die Gäste überwinden müssen. Aber Tanzen ist derart schön, dass man wirklich etwas versäumt, wenn man sich nicht traut. Das Schöne an so einem Traditionsball ist ja, dass man jederzeit eine Dame auffordern kann.”

Ein besonderer Anlass war der 75. Philharmonikerball auch für SPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer. “Ich hoffe, dass ich nächste Jahr schon als Bundespräsident hier sein werde”, meinte er. Musste er die Tanzfläche im vergangenen Jahr verletzungsbedingt meiden, sollte das heuer anders aussehen. “Heute schaffen wir es aufs Parkett”, war sich Hundstorfer sicher. Auch ÖFB-Teamchef Marcel Koller tauschte seine Arbeitskluft gegen einen Frack.

Programm zum 75. Ball der Wiener Philharmoniker im Jahr 2016

Bei der Eröffnung des Balles griffen natürlich die Gastgeber selbst zu ihren Instrumenten: Mit der “Ausseer Fanfare” von Gottfried Ritter von Freiberg und der traditionellen “Wiener Philharmoniker-Fanfare” begleitete das Orchester die Ehrengäste musikalisch in den “Goldenen Saal”. Teil des feierlichen Einzuges waren unter anderem Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), ÖVP- Generalsekretär Peter McDonald, US-Botschafterin Alexa Wesner, SPÖ- Klubchef Andreas Schieder und Mime Tobias Moretti. Anschließend erklang unter der Leitung von Dirigent Adam Fischer die Ouvertüre zur Operette “Die Fledermaus” von Johann Strauß Sohn.

Die 106 Tanzpaare des Jungdamen- und Jungherren-Komitees zogen zur “Fächerpolonaise” von Carl Michael Ziehrer ein. Mit der schnellen Polka “Vernügungszug” war Johann Strauß Sohn auch in der Tanzeröffnung vertreten. Das Jubiläum des Balles spiegelte sich auch im Schmuck der Debütantinnen wider: Ihre Frisuren wurden von Kristall-Violinschlüsseln mit eingearbeitetem 75-er geziert. Nach den magischen Worten “Alles Walzer” war die Tanzfläche schließlich auch für die Besucher freigegeben.

Für den Genuss der anderen Art sorgte in diesem Jahr erstmals die Philharmoniker Bar im Theophil-Hansen-Salon. Dort wurden nach Komponisten benannte Getränke gemixt, die Ballgäste konnten unter anderem zwischen Puccini, Bernstein, Verdi oder Bruckner wählen.

Den wunderbaren Klängen der Wiener Philharmoniker konnten die Ballbesucher nicht nur während der Eröffnung, sondern den ganzen Abend über lauschen. Das Repertoire der verschiedenen Ensembles reichte dabei von Wiener Musik über Oberkrainer, bis hin zu Jazz und Tanzmusik aus den 1920er-Jahren erstmals wieder im Brahms-Saal. Erstmals in der Geschichte des Balles durften sich außerdem nicht nur die weiblichen Besucher beim Verlassen der Veranstaltung über eine Damenspende – ein Porzellanschälchen aus der Manufaktur Augarten – sondern auch die männlichen Gäste über eine Herrenspende freuen. Ihnen wurde ein Buch über den Ball der Wiener Philharmoniker und seine Geschichte überreicht.

(apa/red)

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