Wiener Online-Dealer betrieb internationalen Drogen-Versandhandel

Ein Wiener Dealer betrieb internationalen Drogenversandhandel im Internet
Ein Wiener Dealer betrieb internationalen Drogenversandhandel im Internet - © EPA (Sujet)
Ein 31-jähriger Wiener hat unter dem Synonym “ShanSa” einen internationalen Drogenversandhandel im Internet betrieben – er verschickte Suchtgift bis nach Indien und Australien. Im “Darknet”, einem verschlüsselten und anonymisierten Teil des Internets, bot er in einem Onlineshop die Drogen an.

Dies berichtete das Bundeskriminalamt (BK) am Samstag. Im Oktober 2015 wurde “ShanSa” verhaftet, 2,8 Kilogramm Amphetamin und ein Kilogramm Ecstasy wurden sichergestellt.

Langes Strafregister des Wiener Online-Dealers

182 internationale Suchtmittelverkäufe in Europa, aber auch in den USA, in Australien und Indien sowie 73 Transaktionen in Österreich wurden dem Mann zur Last gelegt. Bei der Hausdurchsuchung bei dem 31-Jährigen, der von BK und dem Landeskriminalamt Wien ausgeforscht wurde, fand man weitere Suchtmittel wie Kokain und LSD-Trips, neue psychoaktive Substanzen, Computerequipment zur Führung des Onlineshops sowie eine Tablettier-Maschine zur Herstellung von Ecstasy und Speed-Pillen. Im Darknet war er bis zu seiner Festnahme am 13. Oktober auf der Plattform “AlphaBay” tätig, die Bezahlung erfolgte über die virtuelle Währung Bitcoin.

Drogenversandhandel 31-Jähriger machte 15.000 Euro Umsatz

Innerhalb eines Zeitraums von fünf Monaten konnte dem 31-Jährigen, dem man seit Mai 2015 auf der Spur war, ein Umsatz von etwa 15.000 Euro nachgewiesen werden. In einem Bericht der “Kronen Zeitung” (Samstags-Ausgabe) zum Drogenhandel im Darknet erläuterte ein BK-Ermittler, dass auf den drei größten Onlinemarktplätzen im Darknet pro Jahr mindestens 200 Millionen US-Dollar (rund 176 Mio. Euro) umgesetzt werden – und das sei ein vorsichtige Schätzung.

BKA macht mobil gegen den Internetdrogenhandel

Alleine in Österreich gibt es laut BK ungefähr 600 Verkaufsstellen für die dort als Zahlungsmittel verwendeten Bitcoins, die auch zur Bezahlung von legalen Waren verwendet werden. Das Bundeskriminalamt geht jedenfalls seit Februar 2015 verstärkt gegen den Internetdrogenhandel vor: Unter dessen Federführung läuft ein auf 24 Monate ausgelegtes Projekt mit EU-Unterstützung. Unter dem Titel “Joint investigation to combat drug trafficking via the virtual market (darknet) within and also into the EU” werden in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt Wiesbaden Drogendealer und Abnehmer im Darknet ausgeforscht und illegale Drogen und Vermögenswerte sichergestellt.

(apa/red)

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