Wiener Neustadt will keine türkischen Flaggen auf Häusern – Großteil entfernt

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Der Bürgermeister von Wiener Neustadt wünscht die Entfernung der Türkei-Flaggen.
Der Bürgermeister von Wiener Neustadt wünscht die Entfernung der Türkei-Flaggen. - © APA (Sujet)
Der Bürgermeister von Wiener Neustadt, Klaus Schneeberger (ÖVP), forderte am Freitag in einem offenen Brief dazu auf, Häuser bzw. Balkone nicht mit türkischen Fahnen zu beflaggen. Er betonte, dass es in Wiener Neustadt, das weltoffen und tolerant sei, nicht um innenpolitische Fragen der Türkei gehe, “sondern darum, wie wir unsere Stadt wieder auf die Überholspur führen.” Ein Großteil der Flaggen wurde bereits entfernt.

Der offene Brief wird nach Angaben des Magistrats direkt den türkischen Vereinen in der Stadt zugestellt, mit dem Ersuchen, sich von derartigen Aktivitäten zu distanzieren und die Mitglieder aufzufordern, diese zu unterlassen. Gleichzeitig werde das Schreiben den Wohnbaugenossenschaften zur Verfügung gestellt, um ihre Mieter zu ersuchen, die Beflaggung zu unterlassen.

Bürgermeister Schneebergers Begründung für die Entfernung der Fahnen

Aufgrund des hohen Zuzugs von Migranten sei die Frage der Integration eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, betonte Schneeberger in dem offenen Brief. “Damit Zusammenleben funktionieren kann, bedarf es des Zugehens der unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Volksgruppen aufeinander. Dieser Dialog soll gegenseitiges Verständnis und Respekt erzielen, er darf aber nicht dazu führen, dass die in Wiener Neustadt jahrzehntelang gelebten Traditionen und Werte verloren gehen. Ganz im Gegenteil. Gerade in unsicheren Zeiten ist es notwendig, aus den Lehren der Vergangenheit die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten.”

Dafür, so Schneeberger, “bedarf es zweier Grundvoraussetzungen: Einerseits die deutsche Sprache als Basis der Verständigung. Andererseits ein Bekenntnis zur Stadt Wiener Neustadt”. Der Bürgermeister weiter: “Dieses Bekenntnis setzt voraus, dass die derzeitigen Entwicklungen in der Türkei nicht durch Symbole, wie türkische Fahnen auf Privathäusern, mitten in unsere Stadt gebracht werden. Ich fordere daher alle auf, die ihre Häuser bzw. Balkone mit türkischen Fahnen beflaggt haben, diese unverzüglich zu entfernen.”

Das Bekenntnis zu Wiener Neustadt forderte Schneeberger “von allen, die hier leben, ganz egal ob sie immer schon hier wohnen oder woher auch immer sie zugezogen sind”, ein. “Wer sich nicht zu Wiener Neustadt bekennt, hat in unserer Stadt auch keinen Platz. Genauso wie türkische Fahnen abseits von sportlichen Großereignissen.”

Großteil der Türkei-Flaggen in Wiener Neustadt entfernt

Wiener Neustadts freiheitlicher Wohnstadtrat Bürgermeister-Stellvertreter Michael Schnedlitz teilte am Freitagnachmittag in einer Aussendung mit, dass der Großteil der türkischen Flaggen entfernt sei. Er habe die Verwaltung beauftragt, mit den Mietern in Kontakt zu treten.

Schnedlitz begründete den Schritt damit, dass die Flaggen “nicht im Einklang mit der Hausordnung” stünden. Seine “klare Botschaft” an Bewohner in Gemeindebauten: “Wer bei uns in einer Gemeindewohnung wohnen will, der hat unsere Regeln und unsere Werte zu akzeptieren. Wer Erdogan unterstützen will, kann gerne ausziehen.” Die Entwicklung rund um die Türkei und die Unterstützung der Entwicklung in Wiener Neustadt “lehne ich kategorisch ab”, betonte der Bürgermeister-Stellvertreter.

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(apa/red)

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