Wiener Künstlerhaus: Neue Flächenwidmung bedroht Welterbe-Status

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Wiener Künstlerhaus: Neue Flächenwidmung bedroht Welterbe-Status
© © Künstlerhaus Wien
Die Wiener Innenstadt muss möglicherweise wieder um das UNESCO-Prädikat „Weltkulturerbe“ zittern. Das erklärten Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (V), und Wilfried Lipp, österreichischer Präsident des UNESCO-Denkmalbeirats.

Grund dafür ist eine das Wiener Künstlerhaus betreffende Flächenwidmung.

Denn diese würde eine Aufstockung um mehr als zehn Meter erlauben, wie es heute hieß. Die Gerüchte um einen Ausbau seien nicht neu, wie Stenzel betonte, nun sei aber ein Vorentwurf für einen neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan bekanntgeworden. Mit diesem werde ein „massiver Spielraum“ für einen möglichen Aufbau geschaffen: „Das ist ein Eingriff in die Stadtlandschaft der City, bei dem alle Alarmglocken läuten müssen“, warnte Stenzel.

Auch ICOMOS-Chef Lipp zeigt sich besorgt: „Ich würde das als absolut ernsten Konfliktfall sehen.“ Sollte dort tatsächlich gebaut werden, sei nicht auszuschließen, dass die Innenstadt auf die rote Liste der bedrohten Kulturdenkmäler komme. Möglicher nächster Schritt wäre dann die Aberkennung des Prädikates.

Ob tatsächlich gebaut wird, ist vorerst aber noch offen: Laut Lipp sind derzeit keine Ausbaupläne in dieser Dimension bekannt, wie auch der Besitzer des Hauses, die Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, bestätigt habe. Die Eigentümerstruktur in Sachen Künstlerhaus sei jedoch „komplex“, es sei nicht auszuschließen, dass es doch ein Projekt gegeben hat oder gibt.

Für die Zukunft forderte Lipp eine „Welterbeverträglichkeitsprüfung“, bei der abgeklärt werden soll, ob Bauvorhaben mit dem Prädikat vereinbar sind. Wobei der heimische ICOMOS-Präsident jedoch klarstellte, dass er Veränderungen im historischen Kern der Bundeshauptstadt wenig schätzt. Für Objekte wie das Künstlerhaus sei nichts anderes „als die Fortschreibung des Bestandes obligatorisch“, erklärte Lipp.

 

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