Wiener Kiesler-Stiftung zeigt Zeichnungen von Bruce Nauman

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Am 30. März erhält US-Künstler Bruce Nauman (73) im Österreichischen Kulturforum New York den Friedrich-Kiesler-Preis für Architektur und Kunst 2014 überreicht. “Als ich ihn davon verständigt habe, hat Bruce sofort gesagt: Das macht Sinn”, erzählte Juryvorsitzender Chris Dercon bei der Presseführung einer “Mini-Retrospektive” Naumans, die heute Abend in der Wiener Kiesler-Stiftung eröffnet wird.


Sinn macht die Zuerkennung auch für Dercon, der gemeinsam mit Stiftungs-Direktor Peter Bogner 15 großformatige Zeichnungen für Installationen und zwei Videos für die bis 23. Mai gezeigte kleine Nauman-Ausstellung ausgewählt hat. Die Bezüge Naumans zu dem österreichisch-amerikanischen Kunst- und Architektur-Visionär Friedrich Kiesler (1890-1965) seien evident, von der Beeinflussung durch Wittgenstein bis zu seinem Selbstverständnis als wahrer Künstler, bei dem Form nicht der Funktion, sondern der Vision folge: “Das ‘Endless House’ könnte auch von Bruce Nauman sein.”

Die gezeigten Zeichnungen von engen Korridoren oder begehbaren Installationen, alle zwischen 1968 und 1981 entstanden, zeigten das Interesse des seit 1989 in New Mexico lebenden Konzeptkünstlers an Architektur und hätten eine Besonderheit, verriet Dercon: “Er macht seine Architekturzeichnungen meist nicht vor, sondern nach der Fertigstellung eines Modells.”

Dass die Nachfrage nach Nauman-Arbeiten und -Ausstellungen stark im Steigen begriffen sei und für 2018 eine große Retrospektive für New York und London vorbereitet werde, zeigt für Dercon die Verbindung des Kiesler-Preises zum Zeitgeist. Für besondere Aufmerksamkeit soll 2015 auch ein dreifaches Kiesler-Jubiläum sorgen: Vor 125 Jahren wurde Kiesler geboren, zudem jährt sich sein Todestag zum 50. Mal, auch sein Hauptwerk “Shrine of The Book” in Jerusalem wurde vor 50 Jahren vollendet.

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