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Wiener Kennzeichen: Kfz-Fahnder stoppen Autoschieberin in spanischem Hafen

Die Autoschieber nützen die Hauptreisezeit, wenn zahlreiche Pkw auf Fähren rollen.
Die Autoschieber nützen die Hauptreisezeit, wenn zahlreiche Pkw auf Fähren rollen. ©APA/AFP/Jorge Guerrero
Die Hauptreisezeit wird von vielen Autoschiebern genutzt, um gestohlene Autos über das Mittelmeer nach Marokko und Algerien zu transportieren. Österreichische Fahnder konnten in Spanien nun eine Frau stoppen, die mit einem gestohlenen Wagen mit Wiener Ausfuhrkennzeichen unterwegs war.

Die ungemein attraktive junge Dame am Steuer eines dicken Mercedes-Geländewagens mit grünem Wiener Ausfuhrkennzeichen zog in Algeciras nicht nur die Blicke anderer Reisender auf sich. Im Hafen der südspanischen Stadt wurden auch österreichische Fahnder auf sie und ihren Luxuswagen aufmerksam.

Pkw mit Wiener Kennzeichen war gestohlen

Der entpuppte sich als gestohlen, was die geplante Überfahrt in die marokkanische Stadt Tanger verhinderte. Der teure Wagen war trotz des Wiener Kennzeichens nie in Österreich zugelassen worden.

Er gehört vielmehr einer Mietwagenfirma im fast 2.500 Kilometer von Algeciras entfernten München, wo man an einem der letzten Julitage erst durch den Anruf der österreichischen Polizisten aus Spanien auf dessen Fehlen aufmerksam wurde, wie Andreas Kummer vom Bundeskriminalamt (BK) im Gespräch mit der APA schilderte.

23 Autos und ein Boot: Österreichische Kfz-Fahnder in Spanien

Er ist einer von sechs heimischen Beamten, die heuer an den jährlich zur Hauptreisezeit in spanischen Häfen stattfindenden Schwerpunktkontrollen mit internationaler Beteiligung teilgenommen haben. Als Experten im Erkennen gestohlener Fahrzeuge – mit Hilfe von technischem Know-how und Datenbanken – führten sie Schulungen für spanische und portugiesische Beamte durch und stellten mit ihren Teams in insgesamt fünf spanischen Häfen binnen sechs Tagen 23 Autos, ein Boot, einen Anhänger und ein Motorrad sicher, die nach Nordafrika verschifft werden sollten.

International ist Kfz-Diebstahl nach wie vor Big Business. Und eine der Routen für in Spanien, Frankreich, Deutschland und auch Österreich gestohlene Autos führt von Spanien über das Mittelmeer nach Marokko und Algerien. Die Autoschieber nützen offenbar die Hauptreisezeit, wenn allein in den Häfen von Tarifa und Algeciras täglich zwischen 15.000 und 25.000 Fahrzeuge auf Fähren rollen.

Hohe Strafen: Österreich hat “schlechten Ruf” bei Autodieben

In Österreich sind Kfz-Diebstähle in den vergangenen Jahren hingegen sukzessive zurückgegangen – im jüngsten Jahresvergleich sogar um elf Prozent auf 2.658 im Jahr 2017. 2009 waren sogar fast 9.000 Kfz geklaut worden. “Derzeit sind wir unter den besten drei in Europa”, sagte Kummer. Nach Beobachtungen des Bundeskriminalamts wird Österreich von Tätergruppen schon gemieden, zumal Ermittlungserfolge und vergleichsweise hohe Strafen den Tatort Österreich riskant werden ließen. “Wir haben einen schlechten Ruf bei Autodieben”, meinte Kummer.

Kfz-Diebstahl in …sterreich
Kfz-Diebstahl in …sterreich

Der Kfz-Diebstahl ist nicht Sache einzelner Täter, sondern von arbeitsteilig tätigen Gruppierungen, die sich – wegen der Anschaffungskosten für technisches Equipment – in der Regel auf bestimmte Hersteller spezialisiert haben. Im Marken-Ranking liegen nach wie vor deutsche Fabrikate an der Spitze der in Österreich entwendeten Fahrzeuge: Audi vor VW, Mercedes und BMW. Dann folgen Ford und Skoda.

“Früher hat der Autodieb dumm sein dürfen. Da hat es gereicht, ein Fenster einzuschlagen oder das Auto per Schlossstich zu öffnen. Mittlerweile sind die Täter Techniker bzw. IT-Spezialisten”, erklärte Robert Klug, stellvertretender Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im BK. Gestohlen wird nicht nur, was gut und teuer ist, sondern auch das Allerweltsauto als Ersatzteillager. “Nach unseren Erfahrungen werden schätzungsweise 70 Prozent der gestohlenen Autos zerlegt”, sagte Kummer.

808 Kfz-Diebstähle im ersten Halbjahr 2018

Von Jänner bis inklusive Juli dieses Jahres sind in Österreich 808 Pkw entwendet worden, 44 Prozent von ihnen in Wien, 26 Prozent in Niederösterreich und zehn Prozent in Oberösterreich. In der Regel werden gestohlene Fahrzeuge so rasch wie möglich über die Grenze gebracht.

In Wien tat sich heuer in Sachen Kfz-Diebstahl ein neues Phänomen auf: Die Zahl der geklauten Mopeds ist um 30 Prozent gestiegen, von 201 in den ersten sieben Monaten 2017 auf 262. Fast alle blieben verschwunden.

Warnung vor neuem Phänomen “Moped-Diebstahl” in Wien

Nach den Erkenntnissen der Ermittler werden viele von ihnen in Lkw verladen und nach Ungarn gebracht, wo Mopeds bis 50 Kubikzentimeter nicht registriert werden müssen. Die Polizei appelliert an die Moped-Halter, ihre Gefährte abzusperren, mit einer dicken Kette zu sichern und wenn möglich in einer Tiefgarage abzustellen.

(APA/Red)

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