Wiener GM-Werk in Aspern bleibt ungeschoren

GM-Werk in Wien-Aspern
GM-Werk in Wien-Aspern - © APA
Der US-Autokonzern General Motors (GM) will in seinen Werken in Europa rund 9.000 Jobs streichen. Das Wiener GM-Werk bleibt jedoch ungeschoren, denn es sei “innerhalb der Opel-Organisation wichtig”.

Das GM Powertrain-Werk in Wien-Aspern spielt in den Sanierungsprogrammen des US-Autokonzerns für Opel offenbar eine untergeordnete Rolle. Bei der Präsentation der Sparpläne vor europäischen Betriebsräte am Mittwoch in Rüsselsheim habe der neue GM-Europachef heute nur Antwerpen genannt, sagte ein GM-Europe-Sprecher. Aspern sei nicht erwähnt worden, sagte er. Wien sei “innerhalb der Opel-Organisation wichtig”.

In der deutschen Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall sind insgesamt etwa 50.000 Menschen beschäftigt. Von dem europaweit geplanten Abbau würden 50 bis 60 Prozent auf deutsche Werke entfallen, sagte GM-Europa-Chef Nick Reilly am Mittwoch in Rüsselsheim nach Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern. GM will die Produktion in Europa um 20 Prozent zurückfahren. Rund 5.400 Jobs sollen an den vier deutschen Opel-Standorten in Deutschland wegfallen.

Angesichts des scharfen internationalen Wettbewerbs müsse GM bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall etwa ein Fünftel der Kapazitäten abbauen, sagte Reilly. Endgültige Entscheidungen über den Arbeitsplatzabbau seien noch nicht getroffen. Zunächst beginne jetzt eine Phase der Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern. Er hoffe, dass diese Konsultationen im Lauf des Dezembers abgeschlossen werden könnten. Während dieser Zeit habe GM zugesagt, keine einseitigen Erklärungen abzugeben. Der Manager hob aber hervor, “wir müssen diesen Prozess so schnell wie möglich zu Ende führen, denn er tut niemandem gut.”

Reilly zeigte sich erneut optimistisch, für die Sanierung und Erneuerung der europäischen Standorte Staatshilfen zu erhalten. Er bekräftigte, dass GM für den Umbau der europäischen Standorte und Neuinvestitionen um Staatshilfen in einer Gesamthöhe von etwa 3,3 Milliarden Euro bitten wird. “Wir sind guter Hoffnung, dass wir von allen Ländern Unterstützung erhalten, in denen wir tätig sind.” In Deutschland wollten nach seinen Angaben die vier Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten mit der Bundesregierung über mögliche Hilfen beraten.
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