Wiener Forschung und Politik feierte 1. Ball der Wissenschaften im Rathaus

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Jungdamen- und Jungherrenkomitee während der Eröffnung des Wiener Balls der Wissenschaft im Wiener Rathaus
Jungdamen- und Jungherrenkomitee während der Eröffnung des Wiener Balls der Wissenschaft im Wiener Rathaus - © APA
Die Crème de la crème der österreichischen Forschung, der Unis und der Wiener Politik hat sich am Samstagabend im Wiener Rathaus zum ersten und auch gleich ausverkauften Wiener Ball der Wissenschaften getroffen. “Wer viel arbeitet, soll auch schön feiern” – unter dieses inoffizielle Motto stellte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) den Ball.

“Es tut gut zu wissen, dass für ein solches erstmaliges, aber sicher nicht letztmaliges, Fest der Forschung das Rathaus gewählt wurde”, erklärte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bei der Eröffnung. 2.500 Gäste feierten den 1. Ball der Wissenschaften – der am vergangenen Freitag veranstaltete Akademikerball war dabei kaum Thema.

Van der Bellen über den Ball

Zwar sei die Idee des Wissenschaftsballes im Rathaus grundsätzlich aus einer Gegenbewegung zum Akademikerball entstanden, berichtete der Universitätsbeauftragte der Stadt Wien, Alexander Van der Bellen. “Inzwischen hat sich der Ball aber davon emanzipiert. Man braucht diesen Grund nicht”, zeigte er sich überzeugt. Stattdessen solle die weitere gegenseitige Annäherung zwischen der Wissenschaft, Stadt und Durchschnittsbürger im Vordergrund stehen: “In Wien hatten wir seit Jahrzehnten die eigenartige Situation, dass die Universitäten und die Bevölkerung in Parallelwelten gelebt und nicht miteinander kommuniziert haben”, so Van der Bellen.

Erst in den vergangenen 20 Jahren habe sich das langsam zu ändern begonnen, der Wissenschaftsball könne dazu weiter beitragen. “Man darf die symbolische Wirkung solcher Dinge nicht unterschätzen”, erklärte der Unibeauftragte.

Häupl: “Die richtige Anwort auf Extremismus”

“Was ist ein Akademikerball?”, meinte hingegen Häupl. Der Ball der Wissenschaften solle keine Gegenveranstaltung, sondern vielmehr ein Fest der Unis und Forschungseinrichtungen sein. Denn auch in Zukunft wolle man Wien als Wissenschaftsstandort positionieren. Die “richtige Antwort auf Extremismus”, nämlich den Beweis, dass die Wiener Unis und Forschungsinstitute für Exzellenz, Vielfalt und Internationalität stehen, sah Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) in dem Fest.

Die Universitäten waren tatsächlich nicht nur mit Stationen in den einzelnen Sälen – etwa mit Tischschmuck aus fleischfressenden Pflanzen -, sondern viele auch durch ihre Spitzen vertreten: Unter anderem feierten die Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Sonja Hammerschmid, Martin Gerzabek, Rektor der Universität für Bodenkultur oder die designierte Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien Edeltraud Hanappi-Egger.

Prominenz am Ball der Wissenschaften

Auch die österreichische Wissenschaftsprominenz zeigte sich durchaus ballfreudig: Neben dem Quantenphysiker und Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Anton Zeilinger besuchten u.a. auch Genetiker und Leiter des Institute of Molecular Biotechnology (IMBA) Josef Penninger, Umwelthistorikerin und Wissenschafterin des Jahres 2013 Verena Winiwarter, die Präsidentin des Österreichischen Wissenschaftsfonds Pascale Ehrenfreund oder Giulio Superti-Furga, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM), den Ball.

Forschung Thema beim Ball im Rathaus

Mit der Position der Forschung in Wien zeigte man sich dabei durchaus zufrieden, wenn auch mit einigen kritischen Untertönen: “Es hat sich sehr viel zum Guten gewendet, wir müssen größte Anstrengungen machen, diesen guten Weg auch fortzusetzen. Die anderen schlafen nicht”, erklärte Penninger. Ein bisschen mehr könne dennoch immer getan werden – gerade wenn man sich etwa die Investitionen in Life Sciences in anderen Ländern ansehe. “Auch wenn man den besten Opernsänger oder den besten Skifahrer haben will, muss man was reinstecken und die Situation nicht schönreden”, betonte er.

Es soll jedenfalls nicht der letzte Wissenschaftsball gewesen sein. Geht es nach Bürgermeister Häupl, wird das Fest der Forschung im Rathaus zu einer fixen Institution am Ballkalender.

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