Wiener Forscher suchen auf Planeten nach E.T.

Nach Hause telefoniert wird wohl nicht, aber vielleicht finden die Wiener Forscher einen Weg, wie man die Telefonleitung legen kann...
Nach Hause telefoniert wird wohl nicht, aber vielleicht finden die Wiener Forscher einen Weg, wie man die Telefonleitung legen kann... - © Universal Pictures
Leben braucht einen Planeten, und dieser Planet braucht Dinge wie flüssiges Wasser und eine Atmosphäre. Erst dann können Organismen (wie wir sie kennen) entstehen. Und genau danach sucht jetzt eine Wiener Forschergruppe.

Die Wissenschaftler interessieren vor allem die jungen, wilden Jahre unseres Sonnensystems, als noch viel rauere Sonnenwinde wehten und unser Zentralgestirn tausend Mal stärkere Röntgenstrahlung und zigfach stärkere UV-Strahlung als heute verströmte.

Planeten in der gemütlichen Wärmestube

Die richtige Dosis Sonnenlicht und eine halbwegs akzeptable Atmosphäre reichen nicht aus, damit auf einem Planeten lebensfreundliche, sogenannte habitable, Zustände entstehen, so die Forscher. “Der Raum zwischen dem Stern und den Planeten ist nicht leer. Sternwinde, stark veränderliche Ultraviolett- und Röntgenstrahlung sowie Magnetfelder des Sterns und des Planeten wirken in noch wenig erforschter und hochkomplexer Weise zusammen. Passt alles, kann eine lebensfreundliche Umgebung entstehen – sonst nicht”, sagte Güdel vom Institut für Astronomie der Universität Wien.

Von Anfang an auf Leben getrimmt

Die physikalischen Voraussetzungen müssen bereits in den frühen Phasen der Planetenentstehung stimmen, sonst fehlen die wichtigen Stoffe wie etwa Wasser, so die Forscher. Auf die Hochatmosphäre und das Magnetfeld des Planeten wirken zum Beispiel die hochenergetische Strahlung des Sterns, beschleunigte Teilchen und der in ein Magnetfeld eingebettete Sternwind ein, sie können im schlimmsten Fall seine ganze Atmosphäre zerstören. Auch die starke Veränderung eines Sterns im Laufe seiner Entwicklung kann Lebewesen vor eine große Herausforderung stellen. Doch offensichtlich sind sie sehr innovativ und anpassungsfähig, immerhin gibt es auf der Erde fast keinen Ort, an dem man keine Lebewesen findet: Sie können etwa in kochend heißem Wasser, der Arktis und tief in der Erdkruste wachsen und sich vermehren.

Viele Planeten, wenige Kandidaten

Über 700 Planeten sind mittlerweile außerhalb unseres Sonnensystems bekannt, die unter mannigfaltigen Bedingungen ihre Bahn um andere Sterne ziehen. Auch in Doppel- oder Mehrfachsternsystemen gibt es welche, wie sich in letzter Zeit gezeigt hat, so die Forscher. Sie untersuchen auch, ob es in solchen Systemen bewohnbare Planeten gibt. Vor allem aber wollen sie wissen, welche physikalischen Bedingungen im Umkreis von jungen Sternen und Planeten herrschen müssen, damit dort Leben entstehen kann. Und die Frage, wie Sterne, Sternwinde, Gas- und Staubscheiben, Magnetfelder und Planetenatmosphären zusammenwirken, um die essenziellen Moleküle und Wasser zu bilden und auf die Planeten zu bringen. Daraus könnten sie schließen, ab wann man in der Sternumgebung schon lebensfreundliche Zonen finden kann und wie sie sich mit der Zeit verändern.

Von der Sterngeburt zum Leben

An dem vom österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten nationalen Forschungsnetzwerk “Pathways to Habitability: From Disks to Stars, Planets to Life” sind Forscher der Universitäten Wien und Graz sowie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beteiligt. Das astronomische Großprojekt soll bis zu acht Jahre dauern und ist mit jährlich rund 600.000 Euro dotiert. Unterstützung bekommen die österreichischen Forscher von internationalen Kooperationspartnern. Geleitet wird das Projekt von Güdel, der am kommenden Montag, den 16. Jänner um 18.00 Uhr seine Antrittsvorlesung mit dem Titel “Der bestirnte Himmel über mir: Von der Entstehung der Sterne zum Ursprung des Lebens” im Großen Festsaal der Universität Wien halten wird.

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