Wiener erstach Nebenbuhler in Berlin: Lebenslange Haft

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Wiener Student tötete Rivalen in Berlin mit Messer
Wiener Student tötete Rivalen in Berlin mit Messer - © dpa (Sujet)
Bluttat in Berlin: 67 Messerstiche fügte ein Wiener Jusstudent seinem 26-jährigen Nebenbuhler zu. Nun wurde der Täter verurteilt.

Das Berliner Landgericht sprach den 25-jährigen Angeklagten aus Wien gestern, Donnerstag, des Mordes schuldig. “Die ganze Wut und Frustration über das Ende seiner Beziehung hat er am Opfer abreagiert”, hieß es im Urteil.

Lebenslange Haft für Wiener

Drei Tage nach dem Verbrechen war der Student in Wien verhaftet und im vergangenen Oktober ausgeliefert worden. Nach achtwöchigem Prozess hatte sein Anwalt auf einen Schuldspruch wegen Totschlags im Affekt mit einer Strafe von maximal etwa elf Jahren Haft plädiert. Es wurde damit gerechnet, dass der Student Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt.

Das Gericht ging von einer Tat aus niedrigen Beweggründen aus. Der Angeklagte hatte einen Tötungsvorsatz bestritten. Der Student aus Österreich war im Juli 2014 nach etwa siebenjähriger Fernbeziehung mit einer Studentin nach Berlin gereist, um seine Liebe zurückzugewinnen. Der Angeklagte habe zuvor ein besonders gefährliches Kampfmesser gekauft, sagte der Vorsitzende Richter. “Er hatte keine Einzelheiten für eine Tat geplant, spielte aber mit dem Gedanken, Gewalt gegen die Frau auszuüben.”

Wiener stach auf Nebenbuhler ein

Vor der Wohnung der 28-Jährigen in einem Hochhaus im Stadtteil Kreuzberg war der Angeklagte für ihn unerwartet auf den neuen Freund seiner Ex-Partnerin getroffen. “Er stürzte sich auf ihn, um ihn zu vernichten”, sagte der Richter. Aus Sicht des Gerichts war es keine Tat im Affekt. Der Angeklagte sei auch voll schuldfähig gewesen.

Regungslos nahm der Jusstudent das Urteil entgegen. Er hatte die 67 Stiche gestanden. Als ihn der neue Freund seiner Ex-Partnerin vor der Wohnung der Frau ansprach, habe er zugestochen. “Ich fühlte mich wie unter Strom”, sagte er. Er sei eigentlich nach Berlin geflogen, um seine “Traumfrau” zurückzugewinnen und sie “notfalls zu zwingen”, mit ihm zu reden. Er sei nicht angereist, “um sie oder eine andere Person zu verletzen oder zu töten”.

>> Wiener legte Geständnis nach Bluttat ab

(APA)

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