Wiener Einkaufsstraßen "schonen" laut Wirtschaftskammer die Umwelt

Wiener Einkaufsstraßen "schonen" laut Wirtschaftskammer die Umwelt
Einkaufszentren außerhalb der Stadt verursachen 39 Mal so viel CO2-Ausstoß wie vergleichbar hoch frequentierte Einkaufsstraßen in der Stadt, hat eine Untersuchung der Wiener Wirtschaftskammer ergeben.l

Grund ist die Verkehrsmittelwahl: 91 Prozent der Menschen fahren mit einem Auto oder Motorrad zum Einkaufszentrum am Stadtrand, nur fünf Prozent mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind lediglich vier Prozent unterwegs.

Im Vergleich dazu weisen innerstädtische Shoppingmeilen wegen der guten öffentlichen Verkehrsanbindungen einen wesentlich niedrigeren Anteil am motorisierten Individualverkehr auf – lediglich 15 Prozent. Mit U-Bahn und Bus kommen 38 Prozent, zu Fuß oder mit Fahrrad gar fast die Hälfte der Kunden in die Geschäftsstraßen.

“Das Ergebnis ist doch erstaunlich”, kommentierte die Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank am Dienstagabend die Studie. Für die Untersuchung wurden in einer Modellrechnung eine Einkaufsstraße und ein dezentrales Einkaufszentrum mit ähnlichen Flächen- und Kundenstrukturen miteinander verglichen.

Auch innerstädtische Einkaufszentren schneiden besser ab als die dezentralen. 30 Prozent der Menschen besuchen sie mit dem Auto, fast die Hälfte mit dem öffentlichen Verkehrsmittel.

Ein Einkaufszentrum am Stadtrand verursacht laut Wirtschaftskammer-Untersuchung durch Zu- und Abfahrten knapp 177.000 Kfz-Kilometer und einen Ausstoß von mehr als 28 Tonnen CO2 pro Tag. Kunden einer Einkaufsstraße mit vergleichbarer Größe legen nur 4.500 Kfz-Kilometer zurücklegen – also ein Neununddreißigstel. Lediglich 0,7 Tonnen CO2 werden dadurch verursacht.

Ein innerstädtisches Einkaufscenter hingegen erzeugt täglich rund 15.000 Kfz-Kilometer und produziert mehr als zwei Tonnen an CO2-Schadstoffen. Von einem Match Geschäftsstraßen gegen Einkaufszentren will Jank aber nicht sprechen: “Einkaufszentren an der Peripherie erfüllen eine wichtige Aufgabe für die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden.”

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen