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Wiener Buch-Großhandelsfirma Franz Hain ist pleite

Der Wiener Buch-Großhändler Franz Hain ist pleite.
Der Wiener Buch-Großhändler Franz Hain ist pleite. ©bilderbox.com (Sujet)
Die traditionsreiche Wiener Buch-Großhandelsfirma Dr. Franz Hain Verlagsauslieferungen GmbH sowie die konzernverbundenen Gesellschaften Beck'sche Universitätsbuchhandlung Schottentor GmbH & Co KG und Buchhandlung Schottentor GmbH sind pleite. Am Handelsgericht Wien wurde der Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform mit.

Demnach sind 31 Arbeitnehmer und 131 Gläubiger betroffen und beim AMS-Frühwarnsystem gemeldet. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 4,2 Mio. Euro. Das Unternehmen soll geschlossen werden.

Digitalisierung und Online-Händler als Ursache für Franz Hain-Konkurs

1926 als Einzelunternehmen von Franz Hain gegründet, betrieb das Unternehmen einen Großhandel mit Büchern. Neben dem Gassengeschäft wurden auch verschiedene Wiener Universitäten beliefert. Bis Mai 2018 wurde die Beck’sche Universitätsbuchhandlung in der Währingerstraße betrieben. Die Buchhandlung Schottentor wurde bereits im Jänner 2017 geschlossen.

Die Insolvenzursachen liegen laut Creditreform im stärkeren Vordringen von spezialisierten ausländischen Online-Händlern. Der Umsatz ging zuletzt um 75 Prozent zurück. Allgemein ist zudem – zuletzt durch die Einstellung des Morawa Pressevertrieb – bekannt, dass das Leseverhalten (bei klassischen Printprodukten) in den vergangenen Jahren vor allem aufgrund der Digitalisierung stark zurückgegangen ist.

Morawa hatte erst vorige Woche mitgeteilt, das Tochterunternehmen Morawa Pressevertrieb, das den Einzelhandel mit Zeitungen und Magazinen beliefert, mit Jahresende 2018 einzustellen. Begründet wurde der Schritt mit “stark rückläufigen Verkäufen von Zeitungen und Zeitschriften im Einzelhandel, welche der immer massiveren Digitalisierung geschuldet sind”. Die Umsätze waren jahrelang zurückgegangen. “Es ist so, dass sich das Geschäft kurz- bis mittelfristig nicht mehr rechnen würde”, sagte Morawa-Geschäftsführer Emmerich Selch.

(APA/Red)

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