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Wiener Bestattungs-Service regelt Online-Nachlass auf Facebook und Co.

Ab sofort kümmert sich österreichweites neues Versicherungs-Tool um Spuren im Internet
Ab sofort kümmert sich österreichweites neues Versicherungs-Tool um Spuren im Internet ©AP (Sujet)
Facebook-Status: "Tot" - Die Abwicklung des Online-Erbes zählt heutzutage zu den notwendigen Formalitäten im Todesfall. Ab sofort müssen sich die Hinterbliebenen nicht selbst bei Facebook, Xing und Co auf die Spuren des Verstorbenen machen.
Wenig Sorge um Gräber
Kondolieren per SMS?

Der “Digitale Nachlass Service” der Wiener Städtischen eruiert Profile und wickelt diese ab. Die Anbieter rechnen mit 20.000 Nutzern pro Jahr, hieß es bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Abwicklung des Online-Vermächtnisses durch Profis

Nach einem Todesfall müssen sich Angehörige um eine Vielzahl an Formalitäten kümmern. Neben dem Begräbnis müssen unzählige Abmeldungen vorgenommen werden. Versicherungen, Krankenkassen, Behörden, Telekommunikations- und Energieanbieter. Ein erster Schritt führt meist zum Bestatter, wo die Abwicklung des Online-Vermächtnisses gleich mit veranlasst werden kann.

In vielen Ländern kümmern sich bereits Profis um virtuelle Verlassenschaften wie im Internet abgeschlossene Verträge oder Mitgliedschaften bei E-Mail-Diensten und in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Xing, ab sofort kann diese, für Laien zumeist aufwendige Aufgabe auch in Österreich als Dienstleistung in Anspruch genommen werden. Der “Digitale Nachlass Service” kann als Zusatzbaustein in Form einer Versicherung oder über den Bestatter erworben werden.

Bestattungs-Service regelt digitalen Nachlass

Erben müssen dabei weder über Mitgliedschaften informiert sein noch über Zugangsdaten oder Passwörter verfügen. Der Datenschutz bleibe gewahrt, sensible und private Informationen werden nicht weiter gegeben, beteuerten die Verantwortlichen vor Medienvertretern. Wie die Profile in den sozialen Netzwerken dann jeweils konkret abgewickelt werden, kann mit wenigen Mausklicks geregelt werden. Einige Social-Media-Konten können zum Beispiel als Andenken in den sogenannten “Gedenkzustand” versetzt werden.

Das Produkt wird ab sofort bundesweit als Zusatzbaustein, der standardisiert in Bestattungsvorsorge-Verträge eingeschlossen ist, auf Wunsch aber abgewählt werden kann, angeboten. Bestehende Vereinbarungen können adaptiert werden. Bei Abschluss einer Vorsorge belaufen sich die Kosten aktuell je nach Alter und Prämienzahlungsdauer monatlich zwischen 1,40 und 1,90 Euro.

Tochtergesellschaft der Wiener Städtischen initiiert neues Tool

Das neue Tool wurde vom “Wiener Verein”, einer Tochtergesellschaft der Wiener Städtischen, initiiert und in erster Linie von Bestattungsunternehmern abgewickelt. Zusätzlich kann ein direkten Zugang freigeschaltet werden. Derzeit wird automatisch bei rund 150 Anbietern recherchiert und Accounts gekündigt, deaktiviert oder auf Wunsch übertragen. Zusätzlich können individuelle Einzelanfragen durchgeführt werden.

(apa/red)

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