Wiener begingen 47 Wohnungseinbrüche

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Der Einbruch geschah immer nach dem selben Muster.
Der Einbruch geschah immer nach dem selben Muster. - © APA (Sujet)
Am Mittwoch wurde der Prozess gegen zwei Männer eröffnet, die nicht weniger als 47 Wohnungseinbrüche in Wien verübt haben sollen. Laut Anklage gehörten Bargeld, Schmuck, elektronische Geräte und sonstige Gegenstände im Wert von insgesamt 390.000 Euro zur Beute.

Die Angeklagten im Alter von 33 und 46 Jahren wurden am 21. Jänner 2015 auf frischer Tat festgenommen. In seiner ersten Einvernahme gestand der Jüngere der beiden Georgier, er habe im vergangenen Jahr “circa 30 Einbrüche” begangen. In den darauf folgenden Tagen führte ihn die Polizei zu verschiedenen Örtlichkeiten, um auch länger zurückliegende Fakten aufklären zu können. Der 33-Jährige dürfte dabei frühere Tatorte erkannt haben und weitgehend geständig gewesen sein. Seit Ende Juli 2009 soll er seiner eigenen Aussage zufolge mit einem Schraubenzieher Wohnungs-, Balkontüren und Fenster aufgebrochen haben.

Einbruch nach Muster

Er ging dabei stets nach demselben Muster vor. Zunächst markierte er Wohnungstüren mit aus Plastikflaschen ausgeschnittenen Schnipseln. Ein paar Tage später schaut er wieder vorbei. Waren die Plastikteile nicht entfernt worden, ging der 33-Jährige davon aus, dass er ungestört ans Werk gehen konnte, weil die Wohnungsbesitzer urlaubsbedingt oder aus anderen Gründen derzeit nicht anwesend waren.

Anklage: 47 Straftaten

“Das ist zu viel. So viel war es nicht”, behauptete nun der Mann vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Philipp Schnabel), nicht die von der Anklage genannten 47 Straftaten begangen zu haben. Er habe nämlich auch für zwei andere Landsleute Objekte markiert, mit deren Einbrüchen – rund 15 – aber nichts zu tun gehabt.

Ahnungsloser Mittäter

Der Mitangeklagte soll ihn laut Anklage stets zu den Einbrüchen chauffiert und Schmiere gestanden haben. Der von Verteidiger Christian Werner vertretene 46-Jährige stellte das in Abrede. Er habe vor seiner Festnahme seinen langjährigen Freund zwar zu einer Wohnung gebracht, dass dieser jene aber aufbrechen würde, habe er nicht geahnt. Der 33-Jährige, der im Ermittlungsverfahren seinen mutmaßlichen Komplizen noch schwer belastet hatte, erklärte nun, dieser habe für ihn nur vier Mal den Chauffeur gespielt und nichts von den Einbruchsplänen gewusst.

Die Beute hatte der 33-Jährige – sofern es sich nicht um Bargeld handelte – am Naschmarkt oder am Mexikoplatz verkauft. Mit dem Erlös bestritt er seinen Lebensunterhalt. Der Anklage zufolge soll er seinem Freund stets einen Teil seines Gewinns abgegeben haben.

Prozess wurde vertagt

Nachdem im Prozess gegen zwei Einbrecher, die in Wien 47 Wohnungen aufgebrochen und 390.000 Euro erbeutet haben sollen, rund 100 Geschädigte als Zeugen vernommen wurden, ist am Mittwochnachmittag im Landesgericht die Verhandlung vertagt worden. Am 10. Juli wird mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt. Die Angeklagten – zwei Georgier im Alter von 33 und 46 Jahren – bleiben bis dahin in U-Haft.

(apa/red)

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