Wiener Bäder gegen lange Badehosen

Weite Shorts sorgen für Diskussionen in den Bädern
Weite Shorts sorgen für Diskussionen in den Bädern - © APA
Aus hygienischen, finanziellen und aus Sicherheitsgründen sei eine knappe Badehose besser als die beliebten langen Badeshorts, so Wiener Bäder-Sprecher Martin Kotinsky. An ein Verbot der langen Shorts werde aber nicht gedacht.

In der Kürze liegt die Würze, wenn es nach den Wiener Bädern geht: Eigentlich wäre es den städtischen Badebetrieben am liebsten, wenn ihre Gäste keine langen Badeshorts mehr tragen würden. Doch trotz hygienischer, sicherheitstechnischer und finanzieller Bedenken möchte man derzeit kein offizielles Verbot andenken. “So weit muss das der mündige Erwachsene für sich entscheiden”, resümierte Bäder-Sprecher Martin Kotinsky im APA-Gespräch.

In den weiten Hosen sammle sich durch das Sitzen auf den Wiesen Dreck, der dann das Becken verunreinige. Auch stellten die Hosen ein Sicherheitsrisiko für ihre Träger dar, zumal man mit dem weiten Stoff unter Wasser an Kanten hängen bleiben könne. Und schließlich ist da noch die Sache mit dem Wasserverbrauch.

Rund 2,5 Liter Wasser befördert ein Schlabberhosenträger aus dem Becken, wenn er zu seinem Platz zurückkehrt. Bei 1.000 Trägern pro Becken entspreche das 2.500 Litern im Gegenwert von 7,5 Euro am Tag, rechnete Kotinsky vor. Andererseits würden ja Badende mit knackig-knapper Hose ebenso eine gewisse Wassermenge nach draußen tragen.

Auch fänden sich beispielsweise im Ottakringer Kongressbad zwei Millionen Liter im Becken, das ohnedies regelmäßig mit Frischwasser aufgefüllt werden müsse: “Bei den Unsummen an Wasser, das wir verbrauchen, sind 2.500 Liter also geringfügig.” Und auch das Dreckproblem sei dank guter Filteranlagen beherrschbar.

“Die lange Shorts ist ein Problem, aber wenn es so gravierend wäre, hätte wir schon über ein Verbot nachgedacht”, fällt Kotinskys knappes Resümee aus. Die kurze Badehose sei den Wiener Bädern zwar lieber, man könne die Gäste jedoch nicht in diese zwingen: “So weit sind wir noch nicht.” In manchen deutschen und Schweizer Anlagen ist dies bereits anders. In Wien gilt aber weiterhin die Badeordnung, in der es lediglich heißt, dass man beim Gang ins Becken “Badekleidung” aus entsprechendem Stoff und keine Straßenbekleidung tragen dürfe. Von Bermudas ist dort nichts vermerkt.

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