Wien: So lief die internationale Anti-Terror-Übung auf der Donau

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Bei der Anti-Terror-Übung auf der Donau in Wien waren Polizeieinheiten aus verschiedenen Ländern im Einsatz.
Bei der Anti-Terror-Übung auf der Donau in Wien waren Polizeieinheiten aus verschiedenen Ländern im Einsatz. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Bei einer internationalen Anti-Terror-Übung bei der Donau-Marina in Wien waren 80 Polizisten der Cobra sowie 55 Beamte aus Deutschland, Ungarn, der Slowakei und Slowenien im Einsatz.

Fünf Terroristen kapern in den frühen Morgenstunden ein Passagierschiff an der ungarisch-slowakischen Grenze auf der Donau. Bei der Donau-Marina in Wien wurde die Geiselnahme auf dem Donaukreuzfahrtschiff von der Cobra und sechs Polizei-Spezialeinheiten aus Deutschland, der Slowakei, Slowenien und Ungarn beendet. Das war am Montag die Übungsannahme einer internationalen Anti-Terror-Übung.

135 Polizisten befreiten die Geiseln auf dem 134 Meter langem Kreuzfahrtschiff “Viking Freya” – 80 Beamte der Cobra sowie 55 Beamte der internationalen Polizei-Spezialeinheiten. Die Polizisten erstürmten das fahrende Schiff von vier Booten vom Wasser aus, 16 Beamte seilten sich vom slowakischen Transporthubschrauber ab, zwei österreichische Hubschrauber mit Scharfschützen und ein weiterer slowakischer Helikopter überwachten die Aktion.

“Die Brücke sichern” lautet das erste Ziel. Bereits kurze Zeit später stoppt das Schiff. Die zwei großen Stiegenhäuser sowie die 95 Kabinen auf den vier Decks wurden durchsucht. Ein Hubschrauber sicherte weiterhin aus der Luft die Szene ab. “Täter festgenommen” wurde wenige Minuten nach Beginn des Zugriffs an den Einsatzkommandanten gemeldet.

Groß angelegte Anti-Terror-Übung der Polizei in Wien

Damit waren erstmals ausländische Wasser- und Luftfahrzeuge im Verbund mit österreichischen Zugriffsbooten und Hubschraubern im Einsatz. “Wie wir an den schrecklichen Anschlägen in Barcelona und anderen europäischen Städten sehen, muss unsere Exekutive auf alle Szenarien vorbereitet sein”, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), der gemeinsam mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und Cobra-Direktor Bernhard Treibenreif die Übung an der Donau verfolgte. Auch die Kommandanten der teilnehmenden Spezialeinheiten beobachteten die Übung vom Land aus.

Aus Deutschland nahmen Polizisten des Spezialeinsatzkommando (SEK) Nordbayern, des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Südbayern mit einem Zugriffsboot sowie des Bundesgrenzschutzes “GSG 9” teil, dazu kamen Beamte der slowakischen Antiterroreinheit “LYNX-Command” mit zwei Hubschraubern, Polizisten der slowenischen Antiterroreinheit “Specialna ENOTA/Red Panther” mit einem Zugriffsboot sowie Beamte der ungarischen Antiterroreinheit “TEK”.

Auf die Übung folgte eine Cobra-Leistungsschau. Drei Fallschirmspringer landeten neben der Donau-Marina, der starke Wind erschwerte die Landung. Sobotka übergab der Cobra zwei neue gepanzerte Mannschaftstransporter des Typs “Survivor II” sowie 450 ballistische Schutzhelme. Die Fahrzeuge stammen von der Firma “Achleitner” aus Wörgl in Tirol, sie wiegen mehr als 14 Tonnen. Mit den Mannschaftstransportern sollen Personen aus Gefährdungsbereichen – auch unter Beschuss durch Täter – evakuiert werden können. Die Helme kommen von der oberösterreichischen Firma “Ulbrichts Witwe”, die Polizei erhält insgesamt 6.000 Stück. Mit je zwei dieser Titan-Helme soll jeder Streifenwagen der Landespolizeidirektionen ausgestattet werden. Die Gesamtkosten der Schutzhelme betragen 8,3 Millionen Euro.

(APA, Red.)

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