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Wien Museum widmet neue Ausstellung der Werkbundsiedlung

Unter dem Motto "Wohnen im Denkmal" widmet sich die neue Ausstellung des Wien Museums der Werkbundsiedlung. Unter dem Motto "Wohnen im Denkmal" widmet sich die neue Ausstellung des Wien Museums der Werkbundsiedlung. - © APA/ Österreichische Nationalbibliothek/ Albert Hilscher
Die neue Ausstellung im Wien Museum widmet sich unter dem Motto “Wohnen im Denkmal” der Werkbundsiedlung. Bis Jänner 2013 werden nicht nur historische Fotografien, Pläne und Zeichnungen des Projekts gezeigt, sondern auch die Möbel, die in den Modellbauten ausgestellt waren.

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Vor 80 Jahren ist die Werkbundsiedlung am westlichen Stadtrand Wiens eröffnet worden. Bei der Anlage an Musterhäusern handelte es sich um eine Leistungsschau, die damals sogar als “größte Bauausstellung Europas” bezeichnet wurde. Erst später zogen Bewohner in die Modelle, die von namhaften Architekten gestaltet wurden. Das Wien Museum widmet sich nun den Hintergründen des Projekts: “Es wird das Wissen um die Werkbundsiedlung wirklich erweitert”, versprach Museumsdirektor Wolfgang Kos am Mittwoch bei der Präsentation der Ausstellung, die am Donnerstag startet.

Geschichte der Werkbundsiedlung

Die Schau läuft bis 13. Jänner 2013. “Der Schwerpunkt unserer Präsentation liegt auf der Dokumentation der Ausstellung von 1932″, erklärte Kuratorin Eva-Maria Orosz. Die Besucher bekommen unter anderem historische Fotografien, Zeichnungen und Pläne des Projekts zu sehen – sowie die damals in den Modellbauten ausgestellten Möbel. Zu den Highlights der Schau zählen ein extra angefertigtes Gesamtmodell der Siedlung sowie die Rekonstruktion des Zimmers eines Musterhauses.

Im Sommer 1932 war die Werkbundsiedlung in Lainz nicht Thema einer Ausstellung, sondern vielmehr selbst eine – eine, die von mehr als 100.000 Personen besucht wurde. Sie war als Manifest des Neuen Wohnens gedacht und sollte vor Augen führen, wie ein besseres Leben aus dem Geist der Moderne aussehen könnte. Es ging dabei nicht nur um gestalterische oder ästhetische Neuerungen, sondern auch um die soziale Utopie eines glücklichen Lebens in einem Reihen- oder Einfamilienhaus mit Garten im Siedlungsverband. Die Siedlung war auch ein Statement gegen das Wohnbauprogramm des “Roten Wiens” mit seinen riesigen Bauten nach Art des Karl-Marx-Hofes.

Entwürfe großer Architekten

Die Objekte der Werkbundsiedlung stammen unter anderem von Gerrit Rietveld, Richard Neutra, Adolf Loos, Margarete Schütte-Lihotzky oder Josef Hoffmann. Organisiert wurde das Projekt vom Architekten Josef Frank, dem es vor allem um funktionelle Lösungen ging. Insgesamt wurden 70 Häuser entworfen, die fertig eingerichtet besichtigt werden konnten. Die Anlage sollte auch Vorbild für den Bau großer Siedlungen dienen.

Jedes Gebäude hatte einen rund 200 Quadratmeter großen Garten. Die Wohnfläche variierte zwischen 57 und 126 Quadratmetern. Alle Bauten waren bunt gestrichen, hatten ein Flachdach, besaßen Terrassen und hatten zum Teil Balkone. Die Wohnräume orientierten sich zum Garten hin. Gelegentlich gab es sogar Kammern für Dienstboten. Erst nach dem Ausstellungsende zogen Bewohner in die Modellhäuser, die auf die Mittelschicht zugeschnitten waren.

Häuser im Krieg zerstört

Doch aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Situation der damaligen Zeit wurden nur 14 Wohneinheiten verkauft – die Unterkellerung machte die Objekte kostspielig. Die Werkbundsiedlung “war so teuer, dass sich eine hart arbeitende Familie mit drei Kindern, wo beide Elternteile arbeiten, ein 60-Quadratmeter-Haus nicht leisten konnte”, veranschaulichte Kurator Andreas Nierhaus. Die nicht verkauften Bauten wurden von der stadtnahen Gesiba vermietet. 1938 gingen sie in das Eigentum der Stadt über.

Im Frühjahr 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden mehrere Häuser der Siedlung zerstört oder schwer beschädigt. Sechs wurden in anderen Formen wieder aufgebaut. Heute sind noch 64 Häuser von 1932 erhalten. Die Werkbundsiedlung gilt nunmehr als eines der bedeutenden Beispiele moderner Architektur in Wien. “Man wohnt in einem hochdenkmalgeschützten Bau, also Wohnen im Denkmal sozusagen”, verdeutlichte Kos. Derzeit werden die 48 im Stadtbesitz befindlichen Häuser saniert. Das Projekt soll bis 2016 abgeschlossen sein. Einen Großteil der Kosten von insgesamt rund 10 Mio. Euro trägt die Stadt selbst.

Die Ausstellung im Wien Museum am Karlsplatz wird vom 6. September 2012 bis 13. Jänner 2013 geziegt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10-18 Uhr. (APA)



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