Wien-Mariahilf: Steiler Bezirk, in der Szene und geografisch

Von David Mayr
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Zwei Wahrzeichen Mariahilfs: Die Mariahilfer Straße und der Flakturm.
Zwei Wahrzeichen Mariahilfs: Die Mariahilfer Straße und der Flakturm. - © APA
In unserer Bezirksreihe zur Wien-Wahl stellen wir Ihnen heute Mariahilf vor. Was den 6. neben zahllosen Stufen und dem Flakturm sonst noch ausmacht, lesen Sie hier.

Mariahilf ist einer der neun Innenstadtbezirke und nach der Josefstadt der zweitkleinste der Stadt. Er besteht aus den ehemaligen Vorstädten Gumpendorf, Laimgrube, Magdalenengrund, Mariahilf und Windmühle, die 1850 zu einem Stadtteil zusammengefasst wurden. Begrenzt wird der 6. Bezirk im Westen von Rudolfsheim-Fünfhaus, im Norden von Neubau, im Osten von der Inneren Stadt und im Süden von Meidling, Margareten sowie Wieden.

Charakteristisch für Mariahilf sind die zahlreichen Stiegenanlagen, die zur Überbrückung der beträchtlichen Höhenunterschiede innerhalb des Bezirks dienen, denn der 6. weist eine der steilsten Geländebeschaffenheiten Wiens auf. So beträgt der Niveauunterschied zwischen der Mariahilfer Straße im Norden und der Wienzeile im Süden satte 30 Meter. Passenderweise befindet sich in Mariahilf auch die Stiegengasse, an deren Ende die Amonstiege 13 Meter empor steigt.

Der Bezirk, der noch vor 100 Jahren doppelt so viele Einwohner zählte wie heute, ist zweifellos einer der Szene-Hotspots der Stadt. Am Naschmarkt herrscht seit jeher buntes Treiben, die Mariahilfer Straße wurde auf Intervention der Wiener Grünen in den letzten Jahren zur großteils autofreien Flaniermeile umgestaltet. Dazwischen sorgen elf meist kleine Parks für ein paar grüne Flecken in einem der am dichtesten verbauten Bezirke Wiens.

Vernünftig genutztes Kriegsrelikt

Der 6. ist vor allem für Kinofans abseits der typischen Blockbuster ein heißer Tipp. Haydn- oder Top-Kino haben Filme im Programm, die bei den großen Ketten keine Beachtung finden und zeigen diese auch in Originalversion mit Untertitel. Dem gegenüber steht das Apollo, das sich – trotz der Übernahme durch Cineplexx – dank seines verwinkelten Labyrinths im Inneren dennoch einen gewissen Charme erhalten hat.

Schnell die Gumpendorfer Straße überquert, und man steht im Esterházypark, der größten Grünfläche Mariahilfs. Hier befindet sich auch das markanteste Gebäude des Bezirks: Der Flakturm. Im Inneren des Bunkers ist das Haus des Meeres, der “Aqua Terra Zoo im Herzen Wiens”, untergebracht, an der Außenfassade können sich Kletterbegeisterte über 4.000 Griffe die 34 Meter hohe Kletterwand hocharbeiten. Am Boden im Park öffnet das unterirdische Foltermuseum den Besuchern seine Pforten.

An den Grenzen zum 1. beziehungsweise zum 15. Bezirk locken zwei Theater das kulturinteressierte Publikum an: Im Osten, direkt an der Wienzeile, das Theater an der Wien und im Westen das Raimund Theater gleich neben dem Gürtel.

Politische Ausrichtung in Mariahilf

Bezirksvorsteher: Markus Rumelhart (SPÖ)
Wohnbevölkerung (1.1.2014): 30.613
Durchschnittsalter (1.1.2014): 40,6 Jahre
Ausländeranteil (1.1.2014): 25,2 %
Wahlberechtigte Gemeinderatswahl 2010: 20.379

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