Wien ist Österreichs beliebtestes Ferienziel

Wien bleibt an der Spitze.
Wien bleibt an der Spitze. - © Bilderbox
Unangefochten rangiert Wien an der Spitze der der österreichischen Top-Destinationen. Auf den Plätzen folgen das Ötztal und das Zillertal am beliebtesten. Außerdem sind typische Wintersportregionen in die Top 5 aufgerückt.

Bei den beliebtesten Urlaubszielen in Österreich rangiert Wien unangefochten an erster Stelle. Gleich dahinter reihen sich das Ötztal und das Zillertal ein. Neu unter die Top-10 des Landes vorgestoßen sind die fünf Skiregionen Tiroler Zugspitzarena, Gasteinertal, Paznaun, Salzburger Sportwelt und Kitzbüheler Alpen. Die Newcomer haben enorme Zuwächse bei den Bewertungskriterien Gästeankünfte, Nächtigungen, Auslastung oder Umsatz geschafft, geht aus der jüngsten Destinationsstudie der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) hervor (Datenbasis 2008). Ebenfalls zu den zehn besten des Landes gehören die Regionen Arlberg und Schladming-Dachstein.

“Interessant ist, dass die typischen Wintersportregionen so stark aufgerückt sind”, sagte ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn. Am bemerkenswertesten sind die Steigerungsraten der Kitzbüheler Alpen, die vom 87. Platz (von 88 bewerteten Regionen) auf Rang 8 vorgedrungen und somit der größte Gewinner sind. Dort verlor kein Betrieb Auslastung, obwohl drei neue Vier- und Fünf-Sterne-Hotels eröffnet wurden. Die gesamte Region wurde belebt. Nahezu ebenso spektakulär haben sich von 2007 auf 2008, also noch vor der Krise, die Salzburger Sportwelt (von Platz 65 auf 7), das Gasteinertal (von 58 auf 5) sowie die Zugspitzarena (von 52 auf 4) entwickelt.

Performance halten

Aus der Liste der besten Zehn verdrängt worden sind hingegen die Destinationen Serfaus-Fiss-Ladis, Bodensee Vorarlberg, Villach-Warmbad/Faaker See/Ossiacher See, Wienerwald und Salzkammergut. “Wenn ein Beherbergungsbetrieb bei drei der vier Bewertungskriterien zurückfällt, sollte er sich das genauer ansehen”, empfiehlt ÖHV-Sprecher Martin Stanits. In Salzburg und Kärnten müsse man viel daran setzen, die Performance zu halten und zu steigern.

Freilich könnten in einer Region auch Sondereffekte zum Tragen kommen, wie etwa die Eröffnung neuer Top-Hotels oder Großveranstaltungen. Die Stadt Salzburg habe verloren, obwohl sie Host City der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 war, so Reisenzahn. Die Auslastung in der Region Salzburg brach im Untersuchungszeitraum um 8,6 Prozentpunkte ein, während Gesamtösterreich im Durchschnitt ein Plus von 1 Prozentpunkt schaffte; einzelne Destinationen verbesserten ihre Auslastung sogar um bis zu 7 Prozentpunkte. Allerdings gingen in Salzburg die Umsätze nach oben. “Das war genau der EURO-Effekt, also weniger Nächtigungen aber Preiserhöhungen”, erklärte der ÖHV-Generalsekretär.

Keine Internationalisierung in Graz

Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2003 nicht mehr ins Laufen kommt die Region Graz. Im steirischen Thermenland ist der Gäste-Mix ein Problem – zu 90 Prozent kommen Österreicher, es mangelt an Internationalisierung. Der Nationalitäten-Mix hat auch im Burgenland noch Verbesserungspotenzial. “Die Wachstumsraten der nächsten Jahre werden nicht mit Inländern passieren – die Internationalisierung treibt an, aber das setzt Investitionen voraus”, so Stanits. Wichtig seien hier Faktoren wie Erreichbarkeit und Werbung.

Tirol ist den ÖHV-Kriterien zufolge gut unterwegs. Vor zehn Jahren gab es dort noch 270 Ferienregionen, nun sind es nur noch 30, das Ziel liegt bei 20. “Da ist man auf dem Weg noch stärker zu werden”, so Reisenzahn. Für die kleinstrukturierten Betriebe in Österreich sei “eine funktionierende Destination” das wichtigste überhaupt.

Die Destinationen sollten generell danach trachten, stärker zu werden, um “eine kritische Größe” zu erreichen, die sich in der Branche mit 1 Mio. Nächtigungen definiert. Dieser Wert werde derzeit bereits in Wien und zu 60 bis 70 Prozent im Westen Österreichs erreicht. Wichtig sei es, auf die Erfolgsschiene zu kommen. “Mit einem tollen Service kann man einen anderen Preis verlangen – die Gäste sprechen darauf an und bezahlen dafür”, so Stanits. Zudem sollten die Regionen ihre Kräfte auch beim Marketing intensiver bündeln.

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