Wien-Döbling: Von den Weinbergen bis zum bekanntesten Gemeindebau Wiens

Vom Kahlenberg mit seinem herrlichen Blick auf die Stadt bis hin zum Karl-Marx-Hof reichen die Döbling-Highlights
Vom Kahlenberg mit seinem herrlichen Blick auf die Stadt bis hin zum Karl-Marx-Hof reichen die Döbling-Highlights - © VIENNA.at/Daniela Herger / APA
Döbling ist ein Bezirk voller Gegensätze – mit dem längsten Wohnhaus der Welt, dem ältesten Fußballverein Österreichs, dem höchsten Berg Wiens. Zudem gilt der 19. Wiener Gemeindebezirk als “Nobelbezirk”. Wir stellen Döbling in unserem Bezirksporträt vor.

Zahlreiche Gemeindebauten wie der Karl-Marx-Hof prägen den Bezirk Döbling. Dieser besteht seit 1930 und gilt mit 1.100 Metern als das längste zusammenhängende Wohngebäude der Welt. Andererseits haben sich ähnlich wie in Währing und Hietzing viele Villen mit ihren stattlichen Vorgärten bis in die Ausläufer des Wienerwaldes im 19. Wiener Gemeindebezirk niedergelassen. Nur 20 Prozent des über 150.000 Quadratmeter großen Areals sind bebaut, der Rest wird als Spiel- und Gartenfläche genutzt.

Weinreben, so weit das Auge reicht

Döbling ist der siebtgrößte Bezirk Wiens. Knapp die Hälfte des Neunzehnten, 48,1 Prozent, wird von Grünflächen eingenommen. 363,1 Hektar dieser werden landwirtschaftlich genutzt, 92 Prozent davon für den Weinanbau.

Nicht zufällig wird Döbling als größter Heuriger Wiens bezeichnet. 334,4 Hektar entsprechen 47,6 Prozent aller Wiener Rebflächen und bedeuten mit Abstand Platz eins im Bezirksvergleich. Die lange Winzer-Tradition schlägt sich auch in vielen Straßenbezeichnungen wie Am Weingebirg oder Weinberggasse nieder. Weniger offensichtlich ist etwa der Buttenweg: Die Butte diente einst dem Winzer zum Sammeln und Transport bei der Weinlese. Oder die Fürfanggasse: “Vür fang” stellt ein altes Bodenmaß für Weingärten dar.

Höchster Berg Wiens: Hermannskogel

Mit seinem großen Anteil am Wienerwald besteht mehr als ein Viertel des Bezirkes, 644,2 Hektar, aus Wäldern – Platz vier in Wien. Auch der Hermannskogel ist zu weiten Teilen bewaldet. Er ist mit 542 Metern der höchste Berg der Stadt. Der Wiener liebster Aussichtplatz ist aber am 484 Meter hohen Kahlenberg der einen Blick über ganz Wien bietet. Interessanter als seine 242 Meter Höhe, ist die Namensgebung des Hungerbergs. Er stammt davon, dass der Berg bis ins 19. Jahrhundert von kalten Winden umströmt wurde, sodass die angebauten Reben nur minderwertigen Wein und geringen Ertrag erzielten. Durch die zunehmende Verbauung änderte sich das aber und heute wird das Gebiet als eine der besten Lagen für den Weinbau angesehen.

Ältester Fußballverein Österreichs in Döbling

Im Bezirk gibt es 39 Spielplätze und 49 städtische Parkanlagen. Rund 13 Großsportanlagen stehen den Döblingern zur Verfügung. Der Sportplatz auf der Hohen Warte ist ein Naturstadion. Es wurde 1921 als größtes und modernstes Fußballstadion Kontinentaleuropas errichtet und hatte zeitweise ein Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern. In ihm wurden in den 1920er Jahren auch Opern aufgeführt und Länderspiele sowie Boxkämpfe durchgeführt. Heute fasst das Stadion 5.500 Plätze und ist seit 1899 Heimstadion des Fußballklubs First Vienna FC 1894. Die “Vienna” ist der älteste Fußballverein Österreichs.

Politische Ausrichtung in Wien-Döbling

Bezirksvorsteher: Adolf Tiller (ÖVP)
Wohnbevölkerung (1.1.2014): 69.242
Durchschnittsalter (1.1.2014): 43,8 Jahre
Ausländeranteil (1.1.2014): 19,2 %
Wahlberechtigte Gemeinderatswahl 2010: 49.396

Textquelle: “Das kleine 1×23 der Wiener Bezirke”

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