13. Februar 2009 14:48; Akt.: 13.02.2009 14:48

West Nil Virus: Konferenz – Lehren aus Sars & Co

West Nil Virus: Konferenz – Lehren aus Sars & Co © APA
Die Nachricht vom West Nil Virus in Österreich kam am Freitag zum Beginn des International Meeting on Emerging Diseases and Surveillance (IMED, 13. bis 16. Februar) in Wien mit rund 700 Teilnehmern.  Erstmals West Nil Virus in Österreich

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Der Kongress in Wien beschäftigt sich mit weltweiten Beobachtungsmaßnahmen bezüglich neu auftauchender Erkrankungen, mit Maßnahmen zur Eindämmung von Krankheitsausbrüchen, mit Vektoren, viralen und bakteriellen Infektionen. Es treffen einander Human- und Veterinärmediziner, Biologen und Experten anderer Fächer.

Das hat seinen guten Grund. Tim Brewer, Organisator des wissenschaftlichen Programms der Konferenz bei einer Pressekonferenz: “Wir müssen die Gesundheit von Mensch und Tier zusammenbringen. 70 Prozent der neuen Infektionskrankheiten kommen aus dem Tierreich.”

Beispiele dafür gibt es aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten genug. HIV kam ursprünglich von den Affen. Das Ebola-Virus wird auf den Menschen über Bush Meat übertragen. Sars dürfte in China von Fledermäusen auf die Zibet-Katzen und dann zum Menschen gelangt sein. Die “Vogelgrippe” (H5N1) schaffte das via Geflügel.

Der Generaldirektor für die öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik: “Es gab den Slogan ‘Eine Welt, eine Gesundheit’. Wir müssen also auch sagen ‘Ein Europa, eine Gesundheit’.” Hrabcik ist derzeit Chef des Management Boards des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) in Stockholm.

William Karesh von der Wildlife Conservation Society: “Wir haben nur eine Welt. Wir müssen sorgsam mit ihr umgehen. Die meisten Erkrankungen betreffen alle.”

Besondere Lehrbeispiele waren Sars und die “Vogelgrippe”. Nina Marano von den US-Zentren für Krankheitskontrolle (CDC/Atlanta): “Die ‘Vogelgrippe’ war für die Überwachung und die Kontrolle von neuen Erkrankungen ein treibender Faktor.”

In den vergangenen Jahren ist hier auch sehr viel Geld in Arzneimittelvorräte zur Prävention bzw. Behandlung von Betroffenen einer neuen Influenza-Pandemie gesteckt worden. Doch vielleicht könnte man in Zukunft mit wesentlich geringeren Finanzmitteln die Überwachung und die frühe Entdeckung von Problemzonen verbessern und so effizienter werden. Karesh: “Im Nordkongo haben wir lokale Jäger für Bush Meat ausgebildet. Von dort kommt ja das Ebola-Virus. Wir haben sie gelehrt, dass sie bereits tote Affen nicht mehr ausweiden dürfen. Seither stirbt dort niemand mehr an Ebola.

Als nützlich hat sich in den vergangenen Jahren auch der weltweite ProMED-mail-Service herausgestellt. Zehntausende Ärzte, Mikrobiologen etc. speichern hier auf freiwilliger Basis ihre Informationen ein. Das ist ein aktueller riesiger Informationsmarkt über neue Erkrankungen und aktuelle Krankheitsausbrüche.


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