Weniger Kohlenmonoxid-Unfälle in Wien – 2017 keine Todesfälle vermeldet

Die Wiener Rauchfangkehrer sprachen bei einer Pressekonferenz über CO-Unfälle
Die Wiener Rauchfangkehrer sprachen bei einer Pressekonferenz über CO-Unfälle - © Landesinnung Wien der Rauchfangkehrer/APA-Fotoservice/Tanzer
Eine positive Bilanz ziehen die Wiener Rauchfangkehrer: Die Unfälle durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen sind in Wien in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. 2016 gab es um zwei Drittel weniger CO-Unfälle als im Jahr davor.

Sowohl 2016 als auch im bisherigen laufenden Jahr gab es keinen tödlichen Unfall, berichtete der Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer, Christian Leiner, in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Verschmutze Thermen und Geräte werden rascher erkannt

Den Grund für den Rückgang sieht Leiner darin, dass seit einer Gesetzesnovelle 2012 im Rahmen der jährlichen Hauptkehrung auch eine Überprüfung der Verbrennungsluftzufuhr durchgeführt wird. Dadurch können verschmutze Geräte erkannt werden. Bis dahin habe es jährlich zwischen fünf und acht Tote durch Kohlenmonoxid-Unfälle gegeben, sagte Leiner.

Die Zahl der Unfälle lag 2012 noch bei 112, von 2013 bis 2015 waren es jährlich etwa 80 CO-Unfälle. Im Vorjahr gab es lediglich 23 Unfälle. Für heuer konnte Leiner noch keine genauen Zahlen nennen, er schätzte die Anzahl der Unfälle, zu denen es vor allem während der Hitzeperiode gekommen sei, auf 25.

Kohlenmonoxid: Kaum wahrnehmbar, aber tödlich

Das geruchsneutrale, unsichtbare und ab einer gewissen Menge hochgiftige Kohlenmonoxid werde von vielen Menschen unterschätzt, sagte Leiner. 2016 wurden bei der jährlichen Hauptkehrung rund 40.000 bau- und feuerpolizeiliche Mängel an Heizgeräten festgestellt. Davon stellten 6.200 Anlagen ein so großes Sicherheitsrisiko dar, dass sie gesperrt werden mussten.

“Das Gefahrenbewusstsein ist beim Endkunden nicht angekommen”, sagte Leiner. “Da ist Aufklärungsarbeit notwendig.” Oft würden Billig-Angebote wahrgenommen, was die Wartung der Geräte betrifft oder diese gar nicht überprüft. Neben der regelmäßigen Wartung der Gasthermen, die mindestens einmal jährlich durchgeführt werden sollte, sollten die Bewohner auch darauf achten, beim Duschen ein Fenster zu öffnen, wenn es über 30 Grad hat.

Obwohl der Anteil der Fernwärme in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, wird in den rund 900.000 Wiener Haushalten nach wie vor vorwiegend mit Gas geheizt (56 Prozent), 32 Prozent verwenden Fernwärme. Die Anzahl der Haushalte, in denen mit Gas gekocht (21,7 Prozent) wird, hat sich seit 2013 halbiert. Bereits 78 Prozent kochen mittlerweile mit Strom.

Beruf des Rauchfangkehrers nicht in Gefahr

Sorgen um den Beruf des Rauchfangkehrers macht sich Leiner trotzdem nicht. Auch Nachwuchsprobleme gibt es in der Branche nicht, sagte er. Die 88 Inhaber von Rauchfangkehrerbetrieben in Wien – 69 Meister und 19 Meisterinnen – beschäftigen knapp 500 Mitarbeiter. Zwei Drittel der Betriebe bilden Lehrlinge aus. Immer häufiger würden sich Menschen bewerben, die bereits abgeschlossene Berufsausbildung haben und umsatteln wollen, erzählte Leiner.

(apa/Red)

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