Welcher Autohersteller hat die besten e-Angebote im Programm?

Welcher Autohersteller hat die besten e-Angebote im Programm?
In den ersten beiden Artikeln haben wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt, welche großen deutschen Autohersteller welche Arten und Konzepte an alternativen Antrieben anbieten. Bei Audi und BMW haben wir gesehen, dass die Grundausrichtung grundsätzlich recht ähnlich ist, aber die Konzepte im Detail sich doch deutlich voneinander unterscheiden.

Auch bei Mercedes und Volkswagen finden sich gewisse Ähnlichkeiten. Wobei es den Anschein erweckt, als würde Mercedes sehr visionär und vorausschauend agieren und Volkswagen eher direkt und auf breiter Front versuchten die e-Mobilität unter das Volk zu bringen. Volkswagen ist bis dato der einzige Hersteller, welcher auch Angebote für den öffentlichen Bereich bietet.P1180272Doch ist das alles schon der Weisheit letzter Schluss? Da gibt es doch noch mehr! Und damit sind wir vor allem bei so exotischen Herstellern wie Tesla, welche die altbekannten Produzenten mit ihren Konzepten ganz schön zum Staunen bringen. Das aktuelle Flaggschiff von Tesla ist der sportliche Tesla S, dessen Leistungen sich sehen lassen können. Der zukunftsweisende Tesla Elektroantrieb begeistert durch seine unglaubliche Dynamik. Im Gegensatz zu Benzinmotoren, bei denen sich hunderte von Teilen drehen und bewegen, kennen Tesla Elektromotoren nur ein Teil, das rotiert: den Rotor. Da stets das volle Drehmoment anliegt, beschleunigt das Model S über den gesamten Geschwindigkeitsbereich mit gewaltigem Vortrieb, aber leise und gleichmäßig. Ein beherzter Druck auf das Gaspedal und die leistungsstärkste Version des Model S sprintet in rekordverdächtigen 3,3 Sek. von 0 auf 100 km/h – ohne Zögern oder einen Tropfen Benzin. Das Model S präsentiert sich damit zu Recht als neueste Evolutionsstufe im Automobilbau.

An dieser Stelle kommt ein weiterer Meilenstein der technischen Evolution zum Vorschein. Denn Tesla bietet einen Antrieb mit ausschließlich Elektromotor an, nicht wie die großen deutschen Hersteller eine Mischung aus Benzin und Elektromotor, also die sogenannten Hybrid-Modelle. Ein wesentlicher Nachteil daran könnte sein, dass man in Bezug auf Wartung und Reparatur selbstverständlich beide Systeme sowie deren Zusammenspiel berücksichtigen muss. Fällt die Mischung weg, so bleibt bei Tesla nur noch die „einfachere“ und wartungsärmere Variante. Suchte man bis dato bei den deutschen Herstellern vergeblich nach einer Allradvariante, so wird man bei Tesla diesbezüglich auch bereits bedient und zwar mit dem sogenannten Dual Motor Allradantrieb. Der Dual Motor Allradantrieb des Model S ist herkömmlichen Allradantrieben vermeintlich überlegen. Dank der zwei Motoren – einem an der Vorder- und einem an der Hinterachse – kann das Model S das Drehmoment an den Vorder- und Hinterrädern separat steuern. Die Steuerung erfolgt digital und daher wesentlich direkter und präziser als eine mechanische Kraftübertragung. Mit einem Tesla S können heute bereits Reichweiten von bis zu 500 km erreicht werden. Wenn man dies nun mit den Angaben der anderen Hersteller vergleicht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr her raus.

P1200290Da scheint es doch ganz klar zu sein, welcher Hersteller tatsächlich der Markführer in diesem Segment ist, oder? Wäre da nicht noch der weltgrößte Automobilhersteller Toyota welcher in Form des Toyota Prius bereits seit dem Jahr 1997 ein Fahrzeug mit Hybrid-Antrieb anbietet. Das sind nun schon 18 Jahre und der Prius befindet sich bereits in seiner dritten Generation. Seit seiner Markteinführung wurde dieses Fahrzeug schon mehr als 2,5 Mio Mal verkauft. In Mitteleuropa ist er am häufigsten in Großstädten als Taxi unterwegs. Durch die Kombination eines Benzinmotors mit zwei Elektromotoren wird in Verbindung mit einer strömungsgünstigen Karosserieform ein niedriger Benzinverbrauch erreicht (der cW-Wert liegt bei 0,25). Nach Werksangaben liegt der Normverbrauch im europäischen Fahrzyklus bei 3,9 Litern pro 100 km. Was beim Toyota Prius jedoch negativ auffällt, ist die doch recht geringe Reichweite von gerade mal 20-25km im rein elektrischen Betrieb. Nach 18 Jahren Erfahrung und Weiterentwicklung möchte man meinen, dass es diesbezüglich doch auch Fortschritte gäben müsste. Schlussendlich ist das doch ein wenig ernüchternd und wir kommen wieder zurück zum Tesla, welcher aktuell wohl den Maßstab in dieser Kategorie darstellt.

Was man noch erwähnen sollte ist, dass auch ein anderer großer Konzern bei der Entwicklung eines eigenen Autos ist. Es handelt sich dabei um Google, die bisher mit Autobau jedoch nichts auf dem Hut hatten. Vor Kurzem wurde das Google Driverless Car in einer frühen Phase der Entwicklung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Auch dieses Fahrzeug wird rein elektrisch angetrieben, jedoch ist das vorrangige Ziel von Google nicht der Antrieb, sondern die Tatsache, dass das Fahrzeug gänzlich alleine fährt und daher keinen Fahrer mehr benötigt. Ein serienreifes Fahrzeug ist nicht vor dem Jahr 2029 zu erwarten.

Fazit aus dem Vergleich der Hersteller ist, dass sehr wohl bereits echte Alternativen zu leistbaren Konditionen auf dem Markt verfügbar sind. Als Maßstab kann diesbezüglich wohl Tesla angesehen werden, aber welches Fahrzeug oder Konzept letztlich wirklich das Beste ist, kann man nur subjektiv beurteilen. Da hier auch so Dinge wie Markenvorliebe und Design einen großen Einfluss nehmen. Offen bleibt jetzt noch die Frage ob es denn wirklich sinnvoll ist und einen Vorteil bringt, wenn man heute bereits auf alternative Antriebe umsteigt? Dieser Frage werden wir uns im 4. Teil unserer Artikelserie widmen.

Autor und Bildrechte: Mag.(FH) Manfred Erwin Winter

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