Web 2.0: Wiener Startups auf der Suche nach Einnahmen

Web 2.0: Wiener Startups auf der Suche nach Einnahmen
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Die Österreichischen Web 2.0 Start-ups diskutierten am Freitag in Wien über tragfähige Geschäftsmodelle. Konventionelle Antwort: Werbung und kostenpflichtige Zusatzdienste sollen genügend Einnahmen bringen.

Österreichischen Internet-Start-ups mangelt es an Financiers. Dennoch entwickelt sich seit mehr als zwei Jahren eine kleine Start-up Szene. Die Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell ist für viele aber noch ein langwieriges Unterfangen. Web- Start-ups aus Österreich diskutieren vergangenen Freitag beim “Summit 09. Österreichs Digital-Marketing-Kongress” in Wien über Erlösmodelle, Finanzierung und Wachstumsstrategien. Ein gutes Team und effiziente Suchmaschinenoptimierung seien zentral um erfolgreich zu sein, so die Start-up Gründer.

Die zwei G: Gutes Team, Google.

In den vergangen zwei Jahren hat es in Wien einen Boom an Web 2.0 Unternehmensgründungen gegeben. Sechs Start-ups waren zur Podiumsdiskussion im Rahmen des Digital- Marketing-Kongress eingeladen.

Soup.io ein sogenannten Tumbleblog ermöglicht seinen Nutzern Texte, Bilder und Videoinhalte von über 60 Internetservices wie Twitter auf einer eigenen Homepage zu sammeln und zu publizieren. Bei Tupalo, einem Art sozialen Stadtplan , können die Nutzer interessante Lokale, Geschäfte und andere Plätze auf einem Internet-Stadtplan markieren und bewerten. Tripwolf ist eine Reiseplattform und will in Zukunft den klassischen Reiseführer ersetzen. Das Start-up Kununu hat sich auf Bewertungen von Arbeitgebern spezialisiert. Den Fokus Musik haben die Club-Musik Streaming Betreiber Play.fm und tunesbag, ein Dienst für die Online-Verwaltung von Musik. Alle Start-ups verbindet, dass sie stark auf die Beteiligung der Nutzer setzen, welche zum Teil auch Inhalte erarbeiten.

Als wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Start-up identifizierten die Gründer eine gute Zusammenarbeit im Team und effiziente Suchmaschinenoptimierung. “Man sollte nur mit Partnern ein Unternehmen gründen, mit denen man schon lange zusammengearbeitet hat”, so soup.io Gründer Christopher Clay. Wichtig sei weiters eine effiziente Suchmaschinenoptimierung, vor allem bei Google. Manche vernachlässigen dies aus “falschem Stolz”, so ein Gründer.

Überlebensfrage

Die Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell ist für Web 2.0 Unternehmen schwierig, da man aus hohen Nutzerzahlen genügend Einnahmen generieren muss. Einige Start-ups wie tunesbag und Soup.io wollen mit einem sogenannten “Freemium”- Geschäftsmodell erfolgreich sein. Bei diesem Modell bleibt der Dienst kostenlos, nur für Zusatzleistungen muss bezahlt werden. Andere Start-ups wie Kununu und Tupalo wollen sich primär über Werbung finanzieren. “Dieses Jahr erreicht Kununu den Break-Even”, sagt Gründer Martin Poreda. Für andere Start-ups wird der Weg in die schwarzen Zahlen noch einige Zeit dauern.

Im Gespräch mit der APA beschreibt Soup.io Gründer Christopher Clay die Finanzierung seines Start-ups. Derzeit sei es sehr schwer Risikokapital für die weitere Finanzierung des Unternehmens zu erhalten, sagt Clay. Die Lukrierung von Risikokapital sei in Österreich derzeit unmöglich, in London schwierig und im Silicon Valley machbar. Deswegen sei es auch mittelfristig möglich, dass das Unternehmen von Wien in den Silicon Valley übersiedelt. Zwei Risikokapitalgeber sind derzeit an soup.io beteiligt. In der Wiener Start-up Szene mangelt es laut Clay vor allem an sogenannten Angel-Investoren, welche sich mit bis zu 100.000 Euros an Internet Start-ups beteiligen. “In Wien gibt es einige Förderstellen wie departure oder ZIT, es fehlt aber das “Ökosystem” für Start-ups wie im Silicon Valley”, so Clay.

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