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Warum macht Kurz Wien nur so schlecht?

©APA (Sujet)
Gastkommentar von Johannes Huber. ÖVP-Politiker hatten lange Zeit gute Gründe, sich über die Bundeshauptstadt auszulassen. Doch damit ist es vorbei.

Damit kein Missverständnis entsteht, gleich vorweg: Wien und der SPÖ würde es gleichermaßen guttun, die Partei könnte sich bei nächster Gelegenheit aus der Stadtregierung verabschieden und zumindest vorübergehend auf die Oppositionsbank setzen. Zum einen muss sie sich dringend einmal mit sich selbst beschäftigen; für den Erneuerungsprozess, den Michael Häupl nach der Wahlniederlage 2015 ausgerufen hat, hat sie schließlich bis heute keine Zeit gefunden. Und zum anderen ist es in einer Demokratie ganz grundsätzlich nötig, dass die Führung immer wieder wechselt. Sonst verfestigen sich Missstände, wie wir sie kennen – vom Krankenanstaltenverbund über parteinahe Firmengeflechte bis hin zu den Inseratengeschäften in zweistelliger Millionenhöhe.

Daneben aber muss man auch etwas anderes festhalten: Wien ist eine tolle Stadt. Weltweit gibt es kaum eine Metropole, die über so viel Sicherheit, Wohlstand und damit auch Lebensqualität verfügt. Umso bemerkenswerter ist es, dass ein prominenter Bürger der Stadt diese nur schlecht macht: Sebastian Kurz, der ÖVP-Spitzenkandidat bei der kommenden Nationalratswahl, nämlich.

Allein im ersten Teil seines Programmes kommt „Wien“, vom Impressum abgesehen, ausschließlich in einem negativen Zusammenhang vor: In den Spitälern seien Gangbetten und überfüllte Ambulanzen leider keine Seltenheit; zur ohnehin schon hohen Belastung komme eine U-Bahn-Abgabe dazu; bei der Mindestsicherung sei die Stadt überhaupt das „größte Problem“; und so weiter und so fort.

Nicht, dass man den einen oder anderen Punkt nicht unterschreiben könnte. Im Gegenteil. Bemerkenswert ist jedoch die Sammlung und dass es keinen einzigen positiven Kontext gibt. Warum ist das so? Einfache Erklärung: Schon Wolfgang Schüssel und die meisten ÖVP-Obleute seither haben sich in Wahlkampfzeiten vorzugsweise über Wien ausgelassen. Weil die Stadt SPÖ-geführt ist. Und weil man damit indirekt zum Ausdruck bringen kann, dass die SPÖ im Grunde genommen gar nicht regierungsfähig sei.

Das zu tun ist natürlich das gute Recht auch von Sebastian Kurz. Man muss sich in seinem Fall nur darüber wundern: Er will vor allem Junge ansprechen; und er will vieles neu machen. Womit er in Wien eigentlich die meisten Wähler erreichen könnte, wenn er sich das durch dieses Wien-Bashing nicht selbst erschweren würde.

Früher konnten es sich ÖVP-Politiker leisten, bei Wahlen allein auf die ländliche Bevölkerung zu setzen. Doch damit ist es vorbei: In den Ballungsräumen der Republik lebt bereits die Mehrheit – und diese wird noch dazu immer größer. Wien wächst ganz besonders stark. Und zwar nicht nur wegen der Zuwanderung aus dem Ausland. Auch aus dem Inland zieht es immer mehr Leute dorthin: Vom Boden- bis zum Neusiedlersee sind Maturanten und andere der Überzeugung, dass es dort am ehesten abgeht; und dass dort die meisten Möglichkeiten und damit auch die größten Chancen warten. Also wäre es doch naheliegend, sich etwas differenzierter über ihre Traumstadt zu äußern, wenn man ihre Stimme schon haben möchte. Würde man jedenfalls meinen.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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